Ilulissat – Ein Traum in Weiß
Wow. Einfach wow. Ilullisat ist genau das, was man sich ausmalt, wenn man eine Reise nach Grönland bucht. Man kann da auch echt Pech haben. Pech in Form von Nebel, von vereisten Zufahrtswegen, von Wind und anderen alltäglichen Katastrophen. Umso glücklicher war ich, als mich Ilulissat an diesem schönen Montag im August mit strahlendem Sonnenschein empfangen hat.


Ich hatte eine Bootsfahrt zu den Eisbergen gebucht und wollte den Rest des Tages damit verbringen, mir das Weltnaturerbe Eisfjord vom Land aus anzusehen. Das hat auch prima funktioniert.
Ilulissat ist im Vergleich zu anderen Orten in Grönland eher unspektakulär und eher groß. Vor allem aber touristisch, denn es gibt gleich mehrere Souvenirgeschäfte, drei Supermärkte und eine Touristeninformation. Dazu kommt das Visitor-Center des UNESCO Welterbes Eisfjord.
All das habe ich allerdings links liegen lassen, denn ich wollte einfach nur zum Kangia Gletscher beziehungsweise zu dem einmaligen Eisfjord, in dem dieser Gletscher endet. Von Ilulissat aus bedeutet das nur einen Spaziergang von etwa einem Kilometer.


Ja, und dann steht man da auf den Felsen und blickt auf die Eismassen, die sich einige Kilometer östlich vom Gletscher lösen und in verschieden großen Brocken in den Fjord hineinfallen. Dort schieben sie sich dann täglich etwa 40 Meter weiter nach Westen, bis sie an eine Schwelle im Boden gelangen. Dort gibt es dann einen Stau, bis der Druck der nachkommenden Eisbrocken so groß ist, dass die Eisberge entweder zerbrechen oder über die Schwelle geschoben werden. Oder beides. Und genau an der Stelle hat man einen grandiosen Ausblick auf Abertonnen von Eis. In allen Größen und Formen. Das meiste davon ist gleißend weiß, vor allem, wenn die Sonne so schön darauf scheint, wie heute. Einige Brocken sind schmutzig, weil sie am Boden des Gletschers ihre Reise begonnen haben.
Es knackt und knallt immer mal wieder, wenn irgendwo ein Stück Eis abbricht.


Ich habe ja schon öfter mal Gletscher und Eisberge im Fernsehen gesehen. Aber diese schieren Massen und diese Naturgewalt einmal selbst zu sehen, ist einfach überwältigend. Ich kann euch allen nur dringend empfehlen, nach Grönland zu fahren und euch das selbst anzuschauen. Es ist traumhaft schön, einmalig und je nachdem, wie sich der Klimawandel in den nächsten Jahren zuspitzt, vielleicht in einigen Jahren verschwunden. Wenn sich der Kangia Gletscher nämlich so weit zurückzieht, dass er an Land und nicht mehr im Fjord endet, entstehen hier auch keine Eisberge mehr.


Die Bootsfahrt war ebenfalls ein Highlight, denn mit den kleinen Fischerbooten fahren die Einheimischen mit den Touristen vom Meer aus nah an diese Schwelle heran, wo sich die Eisberge stauen. Dort verschwinden die Boote zwischen Eisbergen, die groß wie Kreuzfahrtschiffe sind. Jeder sieht anders aus und es ist wie in einer Tropfsteinhöhle oder beim Wolkenschauen: Mit etwas Fantasie zeigen sich alle möglichen Figuren.
Schaut euch meine Fotos an und glaubt mir: Da müsst ihr unbedingt hin!
Eure Beatrice!


