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Reisetipp

Graaff Reinet – Die schönste Trostlosigkeit der Welt

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Graaff Reinet – Kolonialstadt, vergessen von der Zeit

In Graaff Reinet habe ich in einem hübschen Bungalow gewohnt, der von dicken Schiebetoren, Stacheldraht und Elektrozäunen umgeben war. Irgendwie fühle ich mich in solchen Etablissements immer etwas eigenartig. Für ein paar Tage ist es okay und ich war natürlich froh, fließendes Wasser und Strom zu haben, ja sogar Wifi. Aber ich könnte mich wahrscheinlich nicht daran gewöhnen, in einer Stadt zu wohnen, wo die wohlhabenden Bewohner ihre Grundstücke wie ein Gefängnis ausrüsten, nur um sich sicher zu fühlen.

Graaff Reinet ist eine alte Kolonialstadt, gegründet von den Holländern, die damals das Land ausgebeutet haben. Es ist die viertälteste Stadt in Südafrika. In der Zeit der Apartheid wurde zementiert, was in der Kolonialzeit begonnen hatte: Die reichen Weißen wohnen hier im Stadtzentrum in den schönen weißen Häusern, die heute unter Denkmalschutz stehen und die Schwarzen oder die Coloures People oder wer sonst noch nicht weiß ist, wohnt halt woanders.

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Teheran – Millionenmetropole mit halbem Schleier

By Die Jetlagjägerin No Comments

Teheran – Ein einziges Verkehrschaos

Teheran ist bekanntlich die Hauptstadt des Iran. Weniger bekannt ist vielleicht die Tatsache, dass die Stadt 14 Millionen Einwohner hat. Also ich war auf jeden Fall eher überrascht, dass Teheran so riesig ist. Mein Hotel liegt mitten in der Altstadt, dort, wo Teheran einst seine Anfänge genommen hat. Die Gassen sind ziemlich genau so breit, dass ein Auto und ein schlanker Fußgänger aneinander vorbei passen. Es ist interessant, dass in diesen Gassen tatsächlich auch geparkt wird.

Ist man erst einmal durch die dicke Holztür hindurch, staunt man darüber, wie schön die von außen unscheinbaren Häuser doch sind. Mein Hotel ist ein altes Wohnhaus mit einem schönen Innenhof. Es gibt sogar WLAN und ich kann etwa die Hälfte meiner Apps auf dem Telefon auch nutzen.

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Salem – Kloster für die High Society

By Kurz und schmerzlos No Comments

Salem – Das entbehrungsreiche Leben im Kloster

Bei meiner Reise an den Bodensee habe ich am Kloster in Salem einen Zwischenstopp eingelegt. Ich hatte die Wahl zwischen dem Affenberg und dem Kloster, aber vor etwa 40 Jahren war ich mal auf dem Affenberg gewesen und hatte dort eine traumatisierende Erfahrung gemacht, als mir ein Affe mein Spielzeug wegnahm und es hinauf auf den Baum mitnahm. Spielzeug ist der falsche Begriff. Es war Bert, mein Wegbegleiter und zweitbester Freund (gleich nach Ernie). Der Affe verschleppte Bert auf den Baum und biss ihm in die Nase. In die Nase!

Also fiel die Wahl in diesem Jahr auf das Kloster von Salem. Da es irgendwo im Nirgendwo liegt, sind die Parkplätze frei. Eine tolle Sache. Sobald man das Kassenhäuschen passiert hat, fühlt man sich hier gleich in vergangene Zeiten versetzt, denn alles wirkt ehrwürdig und historisch. Klar, das Münster hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel – sie ist 1414 eingeweiht worden – und das Kloster auch, aber nur wenige Gebäude bewahren sich ihren Charme so gut.

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St. Gallen – Alte Bücher und noch ältere Mumien

By Kurz und schmerzlos No Comments

Gallen – Sauberes und elegantes Idyll in der Ostschweiz

Den Besuch in St. Gallen habe ich einem Vorschlag meiner Schweizer Brieffreundin zu verdanken. Ja, richtig gelesen. Ich bin so alt, dass ich tatsächlich Brieffreundinnen habe. St. Gallen liegt ein paar hundert Meter höher als Konstanz, wo ich in den Zug eingestiegen war. Da es in Konstanz aber stattliche 31 Grad waren, hat die klimatische Veränderung an diesem schönen Sommertag eigentlich nur Vorteile gehabt.

St. Gallen ist sehr modern und kam mir bei meinem Besuch unglaublich sauber vor. Eine Studentenstadt, aber es müssen sehr disziplinierte Studenten sein. Vom sehr sauberen Bahnhof sind es nur ein paar Häuserblocks bis in den sehr sauberen Stiftsbezirk, der das Zentrum von St. Gallen darstellt. Da stehen einige sehr eindrucksvolle Gebäude, die zwischen den teils windschiefen Fachwerkhäusern aus dem Mittelalter und einigen gotischen Bürgerhäusern aus dem 14. bis 16. Jahrhundert ziemlich auffallen.

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Wagah Border – Die andere Seite der Grenze

By Die Jetlagjägerin No Comments

Wagah Border – Es lebe die Feindschaft

Die Wagah Border Ceremony war eines der schrägsten Erlebnisse meiner Indien-Reise vor ein paar Jahren und vielleicht auch eines der kuriosesten Erlebnisse meiner verschiedenen Touren durch Asien. Die Menschen an der Grenze von Wagah treffen sich jeden Abend zu Tausenden und feiern lautstark, dass sie sich nicht ausstehen können und dass die Grenze zwischen beiden Ländern weitgehend geschlossen ist. Hin und wieder bekommt mal eine Familie, die beidseitig der Grenze wohnt, eine Genehmigung für einen Besuch, aber im Grunde bleiben die Pakistaner auf ihrer Seite und die Inder auf der anderen.

Meine Reise nach Pakistan eröffnete mir die Möglichkeit, diese schräge Zeremonie nun auch mal von der anderen Seite zu erleben. Auch wenn die Inder zahlenmäßig und auch in Sachen Lautstärke meiner Meinung nach überlegen sind, ist auf pakistanischer Seite ebenso was los. Es gibt eine Tribüne für Familien und eine für Männer. Ich sitze irgendwo zwischen Militär und Familien, weil Touristen eher die Ausnahme sind und als unbegleitete Frau ist man ja kein Mann. Man ist aber eben auch keine Familie. Man ist halt ein Tourist. Ein Kuriosum. Platz nehmen. Ein Fähnchen kaufen und in der prallen Sonne ausharren, bis es losgeht. Bei 40 Grad Anfang Mai verkaufen sich die kühlen Getränke fast so gut wie die Flaggen.

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Yazd – Wüstenstadt mit Diabetes

By Die Jetlagjägerin No Comments

Yazd – Feuertempel und Windtürme

Yazd liegt relativ zentral im Iran und war im alten Persien eine wichtige Karawanenstadt. Die Wüstenstadt ist berühmt für ihre Windtürme, von denen es bis heute noch viele gibt. Einige verfallen vor sich hin, aber andere sind liebevoll restauriert worden und prägen die Skyline von Yazd, vor allem nachts, wenn die wunderschön beleuchtet sind.

Diese Windtürme funktionieren so, dass sie viele Öffnungen haben, durch die Luft weht. Diese zieht hinab bis zu einem unterirdischen Wasserbecken, welches die Luft abkühlt. Gleichzeitig versetzt der Wind das Wasser in Bewegung, sodass es nicht so schnell schlecht wird. Die kühle Luft fungiert als Klimaanlage.

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Canterbury – Eine Wahnsinnskathedrale

By Allgemein No Comments

Canterbury – Wie die britische Kirche entstand

Canterbury liegt südöstlich von London im Süden von England und damit in einer Region, die voller Geschichte steckt. Schon auf dem Weg dorthin erfuhr ich viel über Großbritannien. Zum Beispiel hat Canterbury eine Rolle bei der Entstehung der englischen christlichen Kirche gespielt, denn die Briten sind ja mehrheitlich Anhänger der anglikanischen Kirche, nicht katholisch oder evangelisch, wie bei uns.

Die Geschichte ist ziemlich klasse und zeigt mal wieder, dass Religion nur ein Mittel der Machtausübung war und ist. Henry VIII. war katholisch. Er war verheiratet. Alles war prima, bis er feststellen musste, dass seine Angetraute ihm nur eine Tochter schenkte. Kein Sohn bedeutete, dass er keinen Thronerben hatte und das was damals ein richtiges Problem. Also schrieb er an den Papst und bat diesen, eine Ausnahme von den strengen katholischen Regeln zu machen. Er wollte die Scheidung, aber natürlich eine Scheidung, die von der katholischen Kirche offiziell anerkannt wurde. Der Papst war nicht einverstanden.

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Karthago – Ein Wahnsinn der Ingenieurskunst

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Karthago – Wunderschöne Mosaike und fehlende Säulen

Jeder hat schon mal von Karthago gehört. Bestimmt. Wenn nicht in der Schule, dann in einem Museum, einem Buch oder einem Film. Karthago ist glaube ich so berühmt wie Troja. Nur dass es nicht wieder entdeckt werden musste. Es war immer klar, wo Karthago war.

Genau das ist heute auch ein wenig das Problem von Karthago. Es ist so super berühmt und alle wollen die gigantischen römischen Ruinen sehen, aber leider ist nicht allzu viel davon übrig. Also zumindest nicht so viel, wie man sich wünschen würde. Die Ruinen einer punischen Siedlung direkt am Forum auf dem Hügel sind recht gut aufbereitet, aber das Forum, die Bibliothek und der Tempel sind kaum zu erkennen.

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Meersburg – Mittelalterlich am Bodensee

By Kurz und schmerzlos No Comments

Meersburg – Elegante Residenz und alte Burg

Der Bodensee war auch eines dieser Ziele, die ich mir eigentlich für meine Rentenzeit aufheben wollte. Aber wie es der Zufall oder das Schicksal wollten – vielleicht auch beide – habe ich in diesem schönen von Flugausfällen und Kofferchaos beeinträchtigten Sommer ein paar Tage am Bodensee verbracht. Ein paar ganz besonders sonnige und heiße Tage sogar.

Meersburg ist eine der Städte, die am Bodensee liegen und zwar am Nordufer in Deutschland. Es ist keine besonders große Stadt. Sie liegt an einem Hang am Seeufer und besteht im Grunde aus der Burg und dem neuen Schoss oben sowie der eigentlichen Stadt unten am Ufer. Auf Kupferstichen und Gemälden aus dem Mittelalter ist das genauso dargestellt und heute gibt es im Grunde nur ein paar mehr moderne Gebäude, die drumherum stehen. Sonst ist alles beim Alten.

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Beni Hassan – Ein Grab mit Aussicht bitte!

By Die Jetlagjägerin No Comments

Beni Hassan – Letzte Ruhe am Nil

Beni Hassan ist wahrscheinlich eine der eher unbekannten touristischen Attraktionen in Ägypten. Es handelt sich allerdings um einen Abstecher in die Mitte Ägyptens, der sich für echte Fans von Gräbern, Hieroglyphen und altägyptischen Begräbnisriten wirklich lohnt.

Ich war ja schon immer ein großer Fan von Begräbnisritualen, Totentempeln, Mumifizierung und allem, was mit dem Leben nach dem Tod zusammenhängt. Auch, oder vielleicht gerade weil ich nicht daran glaube. Ich finde es schlichtweg faszinierend.

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