Antsirabe – Rikschas, Reisfelder und ertrunkene Chinesen

Antsirabe Madagaskar Reisebericht von Beatrice Sonntag

 

Wie fast die Hälfte aller Städte und Dörfer in Madagaskar beginnt auch Antsirabe mit einem A. Auf dem Weg von Antananarivo nach Antsirabe dorthin komme ich unter anderem an Ambatolampy, Ambohimandroso, Ampitatafika, Antanifotsy und Ambohibary vorbei.

Bahnhof Antsirabe  Antsirabe

Antsirabe hat einen kleinen Flughafen und einen Bahnhof, der während der Kolonialzeit von den Franzosen erbaut wurde. Wie auch einige andere Gebäude in der Innenstadt, darunter ein nobles Hotel und eine Kirche, lässt der Bahnhof deutlich den französischen Kolonialstil erkennen. Er steht zudem in der Achse einer herrschaftlichen Prachtstraße, auf der einige Denkmäler zu finden sind. Trotzdem kommt der Gedanke an die Champs Elysées nicht wirklich auf, denn vor dem Bahnhof laufen zum Beispiel Rikschafahrer barfuß vorbei, was ich auf den Champs Elysées noch nie gesehen habe.

 

Umgeben ist Antsirabe von zahlreichen Reisfeldern, die nach asiatischem Vorbild in Terrassen angelegt sind. Beim Blick auf diese Reisterrassen wird mir bewusst wie viel mit den Vorfahren aus Südostasien nach Madagaskar gekommen ist. Sehe ich dann Frauen, die Feuerholz und Krüge auf ihren Köpfen balancieren und in bunte Gewänder gehüllt sind, wird mir wieder bewusst, dass ich im Grunde in Afrika bin. Faszinierend, wie sich Asien und Afrika hier in Madagaskar zu einer ganz speziellen Mischung vereint haben.

 Madagaskar Landschaft bei Antsirabe

Es gibt aber hier in der Umgebung nicht nur Reisterrassen, sondern auch einige Seen, von denen unter anderem der Lac Tritriva von meinem Begleiter als sehenswert eingestuft wird. Wir fahren also knapp eine Stunde von der Innenstadt Antsirabes durch kleine Dörfer auf einer holprigen Piste. Der See ist nicht groß. In weniger als 45 Minuten habe ich ihn bequem umrundet und bin zwischendurch mehrmals stehen geblieben, um Fotos zu machen. Aber schön ist er! Da hat Audier recht. Zum Lac Tritriva gibt es einige spannende Geschichten zu erzählen, die unter anderem von dem tragischen Ende eines Liebespaares und von einem ertrunkenen Chinesen handeln. Aber darauf will ich in meinem nächsten Buch näher eingehen.

 Lac Tritriva Tritriva See

Die einen behaupten übrigens, dass der Lac Tritriva die Form von Madagaskar hat. Die anderen sind überzeugt, dass er die Umrisse von Afrika hat. Das kommt wohl einfach darauf an, wo man steht und auf den malerischen See mit seinem glasklaren Wasser blickt. Zum See gelangt man übrigens nicht ohne einen Spießrutenlauf zwischen Souvenirs verkaufenden Kindern zu absolvieren. Sie verkaufen Halbedelsteine und Fossilien, die sie angeblich in der Umgebung gefunden haben. Die Steine sind allerdings so professionell poliert und in Form gebracht, dass ich eher den Verdacht habe, sie stammen aus derselben Quelle, die auch die Souvenirgeschäfte in Antsirabe beliefert.

Diese Souvenirgeschäfte muss ich mir dann auch noch anschauen. Warum auch nicht?! Immerhin sehe ich auf diese Weise ein paar Steine, die es nur hier auf Madagaskar gibt.

Eure Beatrice!

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