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Palermo – Perfekt erhaltene Kirchen und Leichen

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Palermo – Siziliens Metropole mit jeder Menge Architektur

Die größte Stadt auf Sizilien ist Palermo. Ein Name, den wohl jeder schon einmal gehört hat. Bis zu meiner Sizilienreise habe ich allerdings nichts wirklich mit Palermo verbinden können, außer vielleicht, dass es irgendwie italienisch klingt. Und kam nicht dieses Küken Calimero mit den Eierschalen auf dem Kopf aus Palermo?

Wie auch immer. Dank Corona ende ich in diesem wirren und ungewöhnlichen Sommer in Palermo, einer Stadt, die vollgepackt ist mit Geschichte, Architektur und winzigen Autos, die sich in einem Hupkonzert durch die Straßen schlängeln, als wollten sie einen unentwirrbaren Zopf flechten.

Auf dem Weg nach Palermo hörte ich einige Kostproben der verschiedenen sizilianischen Radiosender und stellte wenig überrascht fest, dass die Italiener im Radio genauso viel und gerne reden, wie in freier Wildbahn. Ich habe auf einem Sender ein Gespräch von drei Menschen miterlebt, die anschließend ungelogen ganze 90 Sekunden am Stück gelacht haben. Einfach gelacht. Alle drei gleichzeitig. Ohne ein weiteres Wort. Am Ende musste ich mitlachen, obwohl ich nur ein paar einzelne Worte verstanden hatte, die zudem nicht komisch gewesen waren.

Palermo also: da muss man sich unbedingt die Kathedrale ansehen. Von außen ist sie meines Erachtens nach eindrucksvoller als von innen. Ein architektonisches Prachtstück, das viele verschiedene Epochen und Baustile verbindet und dennoch ein gelungenes und riesiges Ensemble bildet.

Wer Prunk und Gold haben will, wird in der Kathedrale nicht unbedingt fündig. Allerdings gibt es im Palazzo Dei Normanni eine Kapelle, die vor Gold nur so bersten will. Diese ist ein wirkliches Schmuckstück und ziemlich eindrucksvoll. Die Mosaike aus purem Gold erinnern mich teilweise an die Hagia Sophia. Im Palazzo habe ich außerdem die Gemächer der ehemaligen Bewohner bewundert.

Der Emir von Palermo hat den Palast auf Fundamenten aus phönikisch-karthagischer Zeit aufgebaut. Später haben die Normannen, genauer gesagt König Roger II dann den Palast wirklich prachtvoll ausgebaut. Von außen wirkt der Palast eher wie eine Festung, riesig und uneinnehmbar. Zumindest von der Rückseite. Dass sich darin ein Palast befindet, ist eher überraschend.

Ein Spaziergang durch die schöne Hauptstraße Corso Vittorio Emanuele ist unbedingt zu empfehlen. Diese Straße ist teilweise verkehrsberuhigt und führt von der Kathedrale aus in Richtung Meer. An ihr liegen zahlreiche weitere Kirchen und Prachtbauten, einige auf einen Block entfernt. Eine der Kirchen ist im maurischen Baustil gehalten, eine andere eher gotisch, wieder eine andere typisch italienische Renaissance. Jeder kommt hier auf seine Kosten.

Für alle, die sich für morbide Sehenswürdigkeiten begeistern können, seien die Katakomben der Kapuziner empfohlen. Die Kapuzinergruft liegt etwa einen Kilometer außerhalb des Zentrums und man muss ein wenig auf die Öffnungszeiten achten. Aber der Besuch lohnt sich auf alle Fälle. Ein echter Mönch steht am Eingang und verkauft Eintrittskarten für nur drei Euro. An ihm vorbei gelangt man ins Untergeschoss, das aus einer Art Gewölbe besteht.

Dort befinden sich in hunderten von Nischen einbalsamierte und mumifizierte Verstorbene aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Es sind Männer, Frauen und Kinder, Mönche und Gelehrte, sogar ein paar berühmte Bürger der Stadt in den verschiedensten Kleidern, welche ebenso wie die Mumien und Skelette teils sehr gut erhalten sind. Faszinierend. Die Mönche waren beim Umbetten von einigen Toten im 16. Jahrhundert erstaunt darüber, dass die Leichname kaum verrottet waren. Also kamen sie wohl auf die Idee, eine Art Ausstellung zu machen. Vielleicht etwas makaber. Aber die Ausstellung soll den Besucher schließlich an seine eigene Sterblichkeit erinnern. Das tut sie in sehr anschaulicher Weise.

Eure Beatrice!

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