Sint Maarten / Saint Martin – Leguane und Flugzeuge
Die Insel Saint Martin oder Sint Maarten ist zweigeteilt, nämlich in den etwas kleineren niederländischen Teil und den etwas größeren französischen Teil. Während der französische Teil, Saint Martin, ein Département d’outre mer ist und damit Teil von Frankreich, ist der niederländische Teil ein unabhängiger Bestandteil des niederländischen Königreiches, so wie Curacao.


Die Unterschiede sind sichtbar. So ist die niederländische Seite bunter, geschäftiger, lauter und kommerzieller als die französische. Riesige Hotelresorts säumen die Strände. Restaurants, Bars, Casinos und Bordelle werben um Kundschaft. Ganz offensichtlich wird hier das US-amerikanische Publikum angesprochen. Auf der französischen Seite ist alles etwas ruhiger, die Hotels sind kleiner und es herrscht allgemein weniger Treiben.
Der Verkehr auf der Insel ist grausam. Ständig steckt man in zähen Staus, wenn man sich auf den schmalen Straßen fortbewegt. Da tut es gut, ab und zu mal anzuhalten, einen Aussichtspunkt anzusteuern oder einfach am Straßenrand oder an einem der vielen malerischen Strände einen Stopp einzulegen. Man braucht nicht einmal viel Glück, um am Straßenrand auf Leguane zu treffen. Sie sitzen überall auf der Insel auf Steinen, an Stränden oder im Gebüsch. Als Tierfreund freue ich mich über diese Begegnungen besonders.


Marigot, die französische Hauptstadt, ist kleiner als Phillipsburg, die Hauptstadt der niederländischen Hälfte. Sie ist bunt und entspannt. Nur auf dem großen Platz am Yachthafen tummeln sich Souvenirverkäufer. Aber wenn man ein paar Schritte in die Stadt hinein macht, sieht man viele bunte Graffiti und farbenfrohe Kolonialbauten. Es riecht überall nach gegrillten Krabben und Rippchen.


Eine der Hauptattraktionen auf der Insel ist jedoch der Maho Beach. Diesen haben bestimmt viele von euch schon mal auf Fotos oder im Internet gesehen. Es ist der Strand, der sich direkt in der Einflugschneise des kleinen Inselflughafens befindet und wo mehrmals in der Stunde Flugzeuge fast aller Größen landen und starten. Ich hatte Glück und durfte wenige Meter von der Landebahn entfernt die Landung einer Air France Maschine miterleben, die direkt aus Paris kam und gefühlt nur ein paar Meter über dem Maho Beach auf die Landebahn zusteuert. Der Strand ist voller Schaulustiger und daher haben sich hier drei Bars angesiedelt, die Flugzeugfans stundenlang mit Drinks versorgen, während ein Flugzeug nach dem anderen landet und startet.
Für einen längeren Urlaub wäre mir die Insel zu touristisch. Aber ich bin froh, einmal auf Sint Maarten vorbei geschaut zu haben.
Eure Beatrice!


