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St. Vincent und die Grenadinen – Paradies mit Bier

Kingstown auf St. Vincent – Nur die Gegenwart zählt

Nicht viel mehr als einen Tag habe ich auf der wunderschönen Karibikinsel St. Vincent verbracht. Aber am Abend hatte ich doch den Eindruck, einiges von der paradiesischen kleinen Insel gesehen zu haben. St. Vincent und die Grenadinen sind eines dieser kleinen Länder, die zum britischen Commonwealth gehören und auf denen man mit dem ostkaribischen Dollar zahlen kann, auf dem Königin Elisabeth II. abgebildet ist.

Meine Tour über die Insel St. Vincent beginnt in Kingstown, der verschlafenen Hauptstadt der Insel, wo an Sonntagen nicht viel los ist. Die Läden sind geschlossen und die Menschen hängen ihren Gedanken nach. Einige gehen in die zahlreichen kleinen Kirchen, aber die meisten unterhalten sich bei einem Bier oder Fruchtcocktail mit ihren Nachbarn.

Es wirkt auf mich so, als kenne jeder jeden. Auch meine Begleiterin auf meiner Inseltour, Mary, kennt jeden. Sie spricht mit den anderen Bewohnern der Insel Patois, wovon ich nur sehr wenig verstehe. Wenn sie mit mir spricht, gibt sie sich viel Mühe, ein passables Englisch zu sprechen.

Sie zeigt mir die wichtigen Gebäude der Hauptstadt. Die Methodistenkirche ich eines der ältesten Bauwerke der Insel. Ich will wissen, wie alt sie ist. „Also diese Kirche stand schon da bevor ich überhaupt geboren wurde“, sagt Mary. „Und ich bin schon 45 Jahre alt. Du kannst dir also vorstellen, dass die Kirche schon wirklich alt ist.“ Ich muss lachen. Alter ist hier unwichtig. Nur die Gegenwart zählt.

In der Gegenwart gibt es keine Zuckerfabriken mehr, nur noch ihre Ruinen, überwachsen von dichtem Grün. Es gibt Fischerei, eine Rumfabrik, eine Schokoladenfabrik und eine eigene Bierherstellung. Hairoun heißt das lokale Bier, das wir selbstverständlich probieren. Am besten an einem malerischen Ort wie dem winzigen Wasserfall oder einem der Strände, die mir Mray zeigt.

Wir kommen an einer einstigen Kokosnussplantage vorbei, die heute der Regierung gehört. Jeder darf einfach herkommen und Kokosnüsse ernten. Das ganze Jahr über. „Die Menschen machen Kuchen, Brot und Öl darauf und verkaufen das in Kingstown.“

Eines der Highlights ist der Strand, wo einst das Filmset von Fluch der Karibik war. Viele Utensilien aus dem Film sind hier geblieben und werden den Besuchern aus aller Welt präsentiert. Die Bucht, in der die Black Paerl vor Anker lag ist einfach wunderschön. Ein kleines Stückchen Paradies. Perfekt für Piratenfilme.

Zum Abschluss besuchen wir das Fort Charlotte, welches auf einer Anhöhe steht. Von hier aus lässt sich die Bucht von Kingstown überblicken. Die Tage von Kriegen und Piratenangriffen sind längst vorbei, weshalb hier nur noch ein Leuchtturm steht. In der Ferne sind die Granadinen, die über 30 kleinen Inselchen zu sehen, die neben St. Vincent zu diesem Staat gehören.

Diese besuche ich aber dieses Mal nicht, denn meine Karibikreise geht bald weiter.

Eure Beatrice!

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