Barbados – Alkohol gegen Diabetes
Calvin zeigt mir seine Insel, Barbados. Calvin ist ein fröhlicher Zeitgenosse, von dem ich nicht mit Sicherheit sagen kann, dass er vollkommen nüchtern ist. Vielleicht ist er aber auch einfach nur jemand, der mit Begeisterung ununterbrochen redet. Seine Insel kennt er sehr gut und er fährt mich über Barbados. Erster Halt Bridgetown.


Hier ist Rhianna, die Nationalheldin, aufgewachsen. Er zeigt mir das Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat. Es ist ein kleines grünes Häuschen, das heute als Ferienwohnung dient. Die Straße heißt heute Rhianna Lane. Im Stadtzentrum befindet sich ein Monument für die Helden von Barbados, wo auch Rhianna aufgeführt ist, denn sie hat ein paar ihrer Millionen für ihre Heimat gespendet, unter anderem für Schulen, Krankenhäuser und Krebsbehandlungen.
Barbados geht es im Vergleich zu anderen Karibikinseln eher gut. Die Steuern sind hoch, aber die Bevölkerung hat kostenfreie Kindergärten, Schulen, Universitäten und Krankenhäuser. Die Kinder erhalten in der Schule Frühstück und Mittagessen und das Bildungsniveau ist allgemein sehr hoch.


Calvin weist besonders darauf hin, dass es kein Gesetz gibt, das Fahren unter Alkoholeinfluss verbietet. „Barbados ist das Land mit den zweithäufigsten Diabeteskranken auf der Welt“, betont Calvin. „Aber weißt du, was das beste Heilmittel gegen Diabetes ist?“ Ich weiß es nicht. „Alkohol“, sagte er. Deshalb gibt es in Barbados 15 Rumdistillerien und eine Fabrik, die aus Marihuanablättern Bier herstellt.
Calvin hebt hervor, dass Marihuana ein Problem ist und dass man darüber nachdenkt, es auch legal zu verkaufen. Während wir durch Bridgetown spazieren, kann ich das bestätigen. Es riecht überall nach Gras.


Wir fahren über die schöne Insel und halten an einer Kirche auf dem 17. Jahrhundert an, die aus Holz gebaut ist und von einem wunderschönen Friedhof umgeben ist. Von hier oben hat man einen tollen Blick über die grünen Hügel und Plantagen. Vorbei an Zuckerrohrfeldern kurven wir durch die Hügel und erreichen schließlich den Strand von Bathsheba. „Es gibt ein Seegras-Problem“, sagt Calvin und ich verstehe sofort, was er meint. Die charakteristischen Felsen, die aussehen wie Pilze, weil das Wasser im unteren Drittel an ihnen nagt. Der gesamte Strand ist verschwunden unter einer dicken Schicht Seegras in verschieden Verrottungszuständen. Trotzdem hat dieser Ort irgendwie seinen Charme.


Neben den 15 Rumfabriken gibt es auf Barbados 18 KFC-Restaurants. Calvin erklärt, dass Mc Donalds kläglich gescheitert ist, denn die Bewohner von Barbados wollen nur Hühnchen essen. Und Fisch. Aber Rindfleisch ist einfach nichts für sie. Es gibt einige Kühe auf der Insel, aber die werden nur der Milch wegen gehalten.
Alles in allem ist Barbados also eine hochinteressante Insel, die ihre Eigenheiten hat. Anders als die restlichen ostkaribischen Inseln hat Barbados seine eigene Währung, den Barbados-Dollar. Es gibt Scheine und Münzen und sogar einen Zweidollarschein, was ich ungewöhnlich finde.
Eure Beatrice!


