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Aasiaat – Stadt im Nebel

Aasiaat – Schlittenhunde und Taxis

Aasiaat ist die fünftgrößte Stadt in Grönland. Dabei ist es an meinen Maßstäben gemessen nicht einmal eine Stadt, sondern eher ein Dorf. Gerade mal 3000 Einwohner hat Aasiaat, das wie jede andere grönländische Stadt auch keine Straßenverbindung in eine andere Stadt hat.

Trotzdem gibt es in Aasiaat mindestens fünf Taxis, was mich sehr verwundert hat. Warum fahren die Leute überhaupt so gerne Auto? Man könnte doch überall hin zu Fuß gehen.

Aasiaat empfängt mich an diesem frühen Morgen mit dichtem Nebel. Ein Aussichtspunkt über der Stadt ist ausgeschildert, direkt am Versammlungshaus, aber eine Aussicht gibt es heute nicht. Nur dichte feuchte Luft. Also spaziere ich auf der Hauptstraße, einer von insgesamt drei Straßen, in Richtung Osten, sodass ich am Friedhof vorbeikomme. Hier soll es auch Schlittenhunde geben. Ich finde sowohl den Friedhof mit seinen hunderten von weißen Holzkreuzen als auch die Schlittenhunde. Die alten Tiere sind angeleint und einige jaulen herzzerreißend. Die Jungtiere dürfen sich frei bewegen und sehen einfach putzig aus.

Ich werfe einen Blick in den Supermarkt und bin überrascht, wie teuer alles ist. Dabei gibt es nicht viel Auswahl. Eine Dose Cola kostet umgerechnet zwei Euro.

Im einzigen Hotel der Stadt gibt es ein kleines Café, wo ich einen Tee bestelle und dafür das WLAN-Passwort erhalte. Nach drei Tagen ohne Netz kann ich also ein Lebenszeichen nach Hause senden. Niemand ist groß überrascht, dass ich wohlauf bin. Man hat sich daran gewöhnt, dass ich mich an Orten aufhalte, wo es nicht alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens gibt.

Zum Abschied habe ich das Glück, dass gerade jemand ein Rentier geschossen hat und es in einem blauen Gebäude zerlegt, um die einzelnen Körperteile zu verkaufen. Das Gebäude ist so etwas wie eine Metzgerei, die aber nur geöffnet hat, wenn jemand bei der Jagd erfolgreich war. Hier ticken die Uhren definitiv anders als Zuhause.

Eure Beatrice!

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