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La Digue – Die Lady Diana unter den Inseln

By 30. Dezember 2020Januar 4th, 2021Vielleicht bald noch mehr Geschichten

La Digue – Autofreies Paradies

Was haben wohl Prinzessin Diana und die Seychelleninsel La Digue gemeinsam? Ja, wäre ich auch nicht drauf gekommen. Es geht um Fotos, um Fotografen und um Fotomotive. Prinzessin Diana soll die meistfotografierte Person der Menschheitsgeschichte sein und der Strand Anse Source d‘Argent ist den meisten Erhebungen zufolge der meistfotografierte Strand der Welt. Natürlich ist es schwierig, das zu messen, denn woher will man wissen, wie viele Fotos jeder Tourist von diesem oder jenem Strand geschossen hat. Ich habe 56 gemacht. Das ist aber nicht statistisch erfasst.

Zudem gibt es einige Quellen, die Königin Elisabeth II als die meistfotografierte Person aufführen. Sie hat gegenüber Prinzessin Diana natürlich den Vorteil, dass sie deutlich älter ist und auch in den vergangenen Jahren noch tausendfach fotografiert werden konnte. Aber das nur nebenbei. Die Behauptung, dass Anse Source d‘Argent der meistfotografierte Strand der Welt sei, klingt durchaus plausibel, denn es ist sicherlich der beliebteste und berühmteste Strand der Seychellen und er ist einfach gigantisch schön. Ein Traum. Das Abbild des Paradieses! Ehrlich. Das sage ich als absoluter Strand-Laie, aber Ihr könnt mir glauben.

Am besten fotografiert sich die Anse Source d‘Argent auf La Digue übrigens vom Wasser aus, also zum Beispiel von einem Kajak aus, das ein paar Dutzend Meter vom Strand entfernt entlanggleitet und im warmen Licht des Nachmittags und Sonnenuntergangs die absoluten Paradies-Fotos ermöglicht.

La Digue ist aber auch sonst einen Besuch wert. Es gibt Dutzende Strände, die sich auch nicht verstecken müssen. Grand Anse, Petite Anse und vor allem Anse Coco sind einfach traumhaft, vor allem wenn Corona dafür gesorgt hat, dass sich kaum ein Tourist hierher verirrt. Weißer Puderzuckersand, lustige grüne und blaue Krebse, herrliche Granitfelsen in den so typischen Formen für die Seychellen. Da kann man gar nicht anders, als zum Meisterfotograf zu werden. Es ist quasi unmöglich von diesen herrlichen Motiven hässliche Fotos zu machen.

Auf La Digue fahren keine Autos. Nur ein paar Lieferwägelchen und ansonsten Fahrräder. Wer ein wenig angeben will, pimpt sich ein Fatbike oder ein Mountainbike mit Flammenmotiv und Fuchsschwanz auf. Da La Digue nur etwa drei mal fünf Kilometer misst, ist die Fortbewegung mit dem Rad problemlos möglich, auch für unsportliche Menschen.

Es gibt eine kleine Kirche, ein paar Läden und Restaurants. Aber vor allem Hotels und Ferienwohnungen. Im Herbst des Corona-Jahres 2020 ist die Insel fast verwaist. Zu dem 2.200 Bewohnern gesellen sich in normalen Jahren etwa drei- bis viermal so viele Besucher.

Neben den menschlichen Bewohnern hat La Digue auch eine nicht zu vernachlässigende Population von Riesenschildkröten. Einige von ihnen befinden sich in Gefangenschaft, aber viele laufen einfach auf der Straße herum und überlassen es den Fahrrädern, ihnen auszuweichen. Typisch sind auch die vielen Krabben, die alle Strände bevölkern. Es gibt sie in allen möglichen Farben, sogar in schwarz-rot und in einem freundlichen Hellblau. Wunderschöne rote Vögelchen sorgen für einen besonderen Farbtupfer in der hiesigen Tierwelt. Die Weibchen der einst hier eingeführten Madagaskarweber sind wie im Vogelreich so üblich eher unspektakulär und langweilig grau. Die Männchen sind jedoch ein Traum für alle Hobbyfotografen, denn sie sind knallrot. Je röter, desto besser, denn darauf stehen die Damen. Wer nur halbrot oder gar gelblich ist, hat schlechtere Chancen, eine Frau fürs Leben zu finden.

Die Insel La Digue hat mir von den verschiedenen Inseln eigentlich am besten gefallen. Landschaftlich und auch von der Atmosphäre her. Bunte Vögelchen, Riesenschildkröten auf autofreien Straßen und Traumstrände sind einfach eine recht gute Kombination.

Eure Beatrice!

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