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Praslin – Traumstrände und dicke Nüsse

Praslin – Heimat eines seltenen und etwas langweiligen Nationalvogels

Praslin ist die zweitgrößte Insel der Seychellen. Von Mahé gelangt man mit der Fähre nach Praslin. Das dauert etwa eine Stunde und je nach Wellengang wird einem dabei ein wenig schlecht, obwohl es sich um große komfortable Katamarane für mehrere hundert Passagiere handelt. Die Einheimischen sprechen den Namen Praslin übrigens fast so aus, dass er sich auf Mahé reimt. Wir sind also von Mahé nach Prahlé gefahren.

Praslin ist etwas weniger geschäftig als Mahé, wobei auch die Hauptinsel schon eher verschlafen und friedlich war – vor allem im vermaledeiten Jahr 2020. Auf Praslin gehen die Uhren also noch ein wenig langsamer und je kleiner die Inseln werden, die ich besuche, umso mehr setzt sich dieses Prinzip fort.

Auf Praslin gibt es den Nationalpark Vallée de Mai, über den ich einen eigenen Artikel verfasst habe, weil er einfach ziemlich faszinierend und einmalig ist. Die Insel hat aber noch deutlich mehr zu bieten, zum Beispiel den Strand Anse Lazio, der malerisch schön ist und mit seinem puderzuckerfeinen hellen Sand sicherlich zu den schönsten Stränden der Seychellen und vielleicht auch des gesamten Kontinents Afrika gehört. Hier fällt es selbst mir nicht schwer, etwas Zeit zu verbringen, hauptsächlich damit, Fotos zu machen und die Füße von warmem Meerwasser umspülen zu lassen.

Neben dem Nationalpark Vallée de Mai gibt es auch Praslin ein zweites Naturschutzgebiet, in dem auch eine Menge dieser berühmten Coco de Mer Palmen wachsen. Dieses Schutzgebiet nennt sich Fond Ferdinand und ist kleiner, weniger besucht aber auch günstiger als das Vallée de Mai. Die Natur hier ist ebenso schön. Auf einem Rundweg begegnen mir Igel, Geckos, Eidechsen, Vögel und ziemlich eindrucksvolle Spinnen.

Einmal flippt mein Reisebegleiter förmlich aus, weil wir gerade noch so einen mittelgroßen grauen Vogel auffliegen sehen. „WOW“, ruft er und freut sich wie irre. „Das war der Seychellenpapagei.“ Der Seychellenpapagei ist ein etwa taubengroßes Vögelchen mit wirklich langweilig grauem Gefieder. Lange Zeit glaubte man, er sei mit dem kleinen Vasapapagei auf Madagaskar identisch. Ist er aber nicht. Als die Wissenschaftler das herausfanden, dass es sich bei diesem grauen Vogel um eine ganz andere Art handelt, waren sie so begeistert, dass sie den Seychellenpapagei gleich zum Nationalvogel der Seychellen ernannten.

Auf jeden Fall gibt es von diesen unauffälligen Vögelchen nur noch etwa 500 bis 900 Exemplare und daher ist größte Vorsicht geboten. Es gibt sogar einen Wettbewerb für Touristen. „Senden Sie Ihre Fotos ein und helfen Sie uns dabei, die einzelnen Tiere zu finden und ihre Bewegungen nachzuvollziehen“, steht auch Aufklebern und Plakaten an verschiedenen Stellen auf Praslin. Ich kann die Begeisterung meines Reisebegleiters irgendwie nicht teilen, Der Papagei ist vollkommen unspektakulär. Nationalvogel hin oder her.

Die Igel gefallen mir viel besser. Die sind niedlich und nur etwa halb so groß wie europäische Igel. Mit putzigen zuckenden Nasen und schnellen winzigen Füßchen. Oder die Baumgeckos, die von einem so strahlenden grün sind, dass es fast unnatürlich wirkt auf den Fotos. Einfach wunderschön. Und natürlich die etwas verrückten Coco de Mer Plamen mit ihren riesigen Samen, die bis zu 42 Kilo wiegen können. Auf Praslin kann man also die dicksten Nüsse der Welt sehen. Allein schon deshalb ist Praslin absolut einen Abstecher wert.

Hoffentlich ist die Pandemie bald vorüber, so dass viele Menschen diese herrliche Insel besuchen können und die Menschen hier endlich wieder ihre Verdienstmöglichkeiten haben. Und ich will selbstverständlich noch all die anderen Länder sehen. Ein Gutes hatte die Pandemie allerdings: sie hat dafür gesorgt, dass es mich auf die Seychellen und nach Praslin verschlagen hat.

Eure Beatrice!

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