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Nationalpark Vallée de Mai – Heimat der teuersten Nuss der Welt

By 2. Dezember 2020Januar 4th, 2021Vielleicht bald noch mehr Geschichten

Nationalpark Vallée de Mai – ein Wald voller illegaler Schätze

Der Nationalpark Vallée de Mai liegt im Zentrum der zweitgrößten Seychelleninsel Paslin. En Rundgang durch den Nationalpark Vallée de Mai schafft man locker in zwei Stunden. Es ist allerdings auch kein Problem, sich hier noch etwas länger aufzuhalten, vor allem, wenn man einen Guide dabei hat, der jede Menge Geschichten über die verschiedenen Pflanzen erzählen kann, die hier wachsen.

Inmitten jeder Menge Farne, Bäume und Palmen ist die eigentliche Attraktion des Nationalpark Vallée de Mai die Coco de Mer. Das ist eine Palmenart, die nur auf den Seychellen vorkommt und da auch nur auf bestimmten Inseln. Auf der Hauptinsel Mahé findet man sie zum Beispiel nicht. Das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum dieses Schutzgebiet hier mitten auf Praslin ein Nationalpark wurde.

Was hat es also auf sich mit der Coco de Mer? Eine endemische Pflanze. Selten weil sie nur auf ein paar winzigen Inseln vorkommt. Klar. Aber ihre Frucht ist eben auch etwas ganz besonderes. Zunächst einmal gibt es männliche und weibliche Coco de Mer. Wenn man eine neue Pflanze setzt, erfährt man erst nach 15 Jahren, ob es eine männliche oder eine weibliche Palme ist. Dann ist es idealerweise so, dass die männlichen Palmen etwas höher am Hang stehen oder einfach etwas größer wachsen, damit ihr Blütenstaub die Knospen der weiblichen Palmen erreichen kann. Das ist nicht immer so gegeben, wenn die Konstellation aber stimmt, dann tragen die weiblichen Palmen riesige Mengen an unheimlich dicken Früchten.

Diese Früchte sind dick und rundlich und grün. Im Innern befindet sich ein riesiger schwarzer Kern, ähnlich wie der einer Kokospalme, nur dass der Kern der Coco de Mer ein Doppelkern ist. Er hat genauer gesagt ziemlich genau die Form eines sehr wohlgeformten weiblichen Hintern. Kein Scherz.

Der Saft und das Fleisch der Coco de Mer schmecken so herausragend gut, dass diese Tatsache einst fast zur Ausrottung der Coco de Mer geführt hat. Dann kamen auch noch so ein paar Spinner dazu, die behaupteten, der Saft der Coco de Mer mache unsterblich und die Jagd war eröffnet.

Das alles hat dazu geführt, dass es heute streng verboten ist, die Coco de Mer zu essen. Der Nationalpark Vallée de Mai wird streng überwacht und alle reifen Früchte werden gezählt und überwacht. Wer Coco de Mer Palmen auf seinem Grundstück stehen hat, wird regelmäßig von Coco de Mer Inspektoren besucht und wehe es fehlt eine Frucht. Wer eine Frucht illegalerweise essen will, muss also die Schale gekonnt entsorgen und die Frucht als gestohlen melden, bevor die Inspektoren kommen. Ist das nicht ein wenig verrückt?

Aber es funktioniert. Die Coco de Mer ist noch nicht ausgestorben.

Im Nationalpark Vallée de Mai gibt es außerdem richtig putzige Mini-Igel und den unheimlich seltenen schwarzen Papagei. Der ist eine Besonderheit, weil er nur hier auf den Seychellen lebt und es nur wenige Exemplare davon gibt. Leider ist es ein total unspektakulärer grauer Vogel von der Größe einer Taube, der überhaupt nichts daher macht. Eigentlich hat er den Namen Papagei nicht wirklich verdient.

Vom Aussichtspunkt am höchsten Punkt des Nationalpark Vallée de Mai kann man die Nachbarinseln und das herrlich türkisblaue Wasser bewundern, das Praslin umgibt. Die Seychellen sind und bleiben halt ein Stück Paradies. Auch, wenn die Palme nicht die erwünschte Unsterblichkeit gebracht hat.

Eure Beatrice!

Wenn Ihr jetzt etwas Fernweh oder Sehnsucht bekommen habt, aber nicht auf das neue Buch warten wollt, schaut euch doch mein letztes Werk „Sehnsucht nach Überall“ an. Darin findet Ihr viele schöne Geschichten, unter anderem aus Indien, Turkmenistan, Dschibuti, Aserbaidschan, Panama und Äthiopien.

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