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Puerto Ayora – Eine sehr sehr gemütliche Inselhauptstadt

By 8. September 2021Allgemein

Puerto Ayora – Besuch im Charles Darwin Center

Die kleine Stadt Puerto Ayora liegt im Süden der Insel Santa Cruz recht zentral unter den Galapagos-Inseln. Nach einigen Tagen auf See und auf den kleineren Galapagos-Inseln, war ich fast überrascht, hier richtige Gebäude zu sehen.

In Puerto Ayora tragen alle Menschen eine Maske, sogar kleine Kinder. Und das auch noch überall. Zwar sind auf den Galapagos-Inseln zurzeit (Juli 2021) 97% der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft, aber die Regeln könnten kaum strenger sein und werden auch sorgfältig eingehalten.

In Puerto Ayora leben etwa 20.000 Menschen und damit ist es die größte Stadt auf den Galapagos-Inseln. Mit Abstand. Auf Isabella leben zum Beispiel nur 3000 Menschen. Dort kennt jeder jeden. Für die Stadt Puerto Ayora interessiere ich mich nicht besonders, dafür aber umso mehr für die Charles Darwin Forschungsstation. Hier werden vor allem Schildkröten, aber auch andere bedrohte Tiere im Rahmen von verschiedenen Zuchtprogrammen gezüchtet und wieder ausgewildert.

Ich erfahre hier eine Menge über die Riesenschildkröten, deren Verwandte ich erst vor etwa sieben Monaten auf den Seychellen besucht habe. Es sind ebenso friedliche und gemütliche Gesellen wie ihre Cousins im indischen Ozean. Allerdings sehen sie schon etwas anders aus. Es gibt zudem auf den Galapagos-Inseln zwei verschiedene Arten von Riesenschildkröten. Solche, die in den feuchteren Gebieten leben und kurze Hälse und Beine haben und solche, deren Panzer so geformt ist, dass sie mit ihrem langen Hals auch höher liegende Büsche und Blätter erreichen können. Diese leben auf den trockeneren Inseln. Genau das erklärt auch sehr schön Charles Darwins Theorie der Anpassung an verschiedene Lebensräume. Insgesamt gibt es auf den Galapagos-Inseln 13 Spezies von Riesenschildkröten, aber sie können jeweils diesen beiden Panzerformen zugeordnet werden.

Bis vor einigen Jahren hat in der Charles Darwin Forschungsstation auch noch das letzte Exemplar der Pinta Schildkröten gelebt. Es war Lonesome George, der 160 Jahre alt wurde. Leider hat man es nicht geschafft, ihn in seinem hohen Alter noch für die Ladys zu begeistern und so gelang es nicht, ihn mit einer verwandten Art zu kreuzen, um wenigstens die Hälfte seiner DNA zu bewahren.

Jetzt steht Lonesome George in einer Vitrine in Puerto Ayora in der Forschungsstation, ausgestopft und für die Nachwelt erhalten. Der Arme.

Die meisten Mitarbeiter hier haben ihn noch gekannt und erzählen, wie sehr er sich mit einem der Pfleger angefreundet hatte. Ganz so lonesome war er also nicht und er hatte auch Schildkröten-Freunde in der Forschungsstation. Trotzdem ist es natürlich eine furchtbar traurige Geschichte, wenn man das letzte Tier seiner Art aussterben sieht und nichts dagegen tun kann.

Ich habe in der Charles Darwin Forschungsstation in Puerto Ayora auch viel über Fliegen, Ziegen, Iguanas, Piraten und australische Marienkäfer gelernt. Aber davon berichte ich in meinem nächsten Buch.

Eure Beatrice!

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