Libreville – Kirchen über Kirchen
Da Libreville die Hauptstadt von Gabun ist, kommt man nicht daran vorbei, diese Stadt auf dem Weg in den Dschungel zu besuchen. Schließlich leben hier etwa die Hälfte der Gabuner und es ist eine sehr internationale Stadt voller Expats, die vor allem mit den reichen Bodenschätzen des Landes Geschäfte machen. Es gibt also in Libreville einige Hochhäuser und viele Botschaften.


Aber es gibt noch viel mehr typisch afrikanische Häuser mit Wellblechdächern. Alles ist ein wenig französisch angehaucht, was man an den Supermarktketten und dem Angebot in den Bäckereien merkt.
Das Stadtgebiet ist flach. Auf einem der wenigen Hügel steht eine alte Holzkirche, die im Jahr 1842 gebaut wurde. Besonders eindrucksvoll ist sie nicht, aber ein Denkmal. Neben dieser kleinen alten Kirche gibt es zahlreiche andere. Auffällig im Design ist die St. Michael Kirche, die auch aus dem 19. Jahrhundert stammt und die 33 Holzpfeiler mit schönen Schnitzereien aufweist.


Dann gibt es noch die Notre Dame Kirche, die von außen mit blauweißen Fliesen verziert. Das hätte ich in Delft oder in Lissabon erwartet, aber nicht unbedingt in der ehemaligen französischen Kolonie in Libreville. Sonntags ist in diesen Kirchen wirklich was los. Meine Güte! Europäische Kirchen würden sich vor Begeisterung überschlagen. In der St. Michael Kirche finden sogar drei Messen hintereinander statt. So groß ist die Nachfrage.


In Libreville befindet sich natürlich auch das Nationalmuseum, das eine schöne kleine Sammlung von gabunischen Masken beherbergt. Fast alle Masken stehen in Zusammenhang mit der Bwiti-Zeremonie. Der zweite Teil der Ausstellung ist fast ausschließlich den Funden in einer Höhle in Iroungou gewidmet, wo wie durch ein Wunder eine große Anzahl von alten Werkzeugen, Gebrauchsgegenständen und vollständig erhaltenen Skeletten entdeckt wurde. So konnte eindeutig bewiesen werden, dass die Menschen in Gabun schon lange vor der Ankunft der Europäer, nämlich im 14. Jahrhundert, in de Lage waren, Eisen zu verarbeiten. Außerdem haben die Funde von Iroungou viel Aufschluss über die Geschichte Gabuns gegeben.
An der Küste entstehen moderne Bauten, Wolkenkratzer wie in Dubai und es gibt bereits eine schöne Uferpromenade mit Cafés und Imbissbuden. Hier trifft sich die High Socienty des Landes. Ein Cappuccino kostet etwa sieben Euro. Diese elegante Gegend ist also nicht für jedermann gemacht.
Eure Beatrice!


