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Kibira Nationalpark – Zu Gast bei den Batwa

Kibira Nationalpark – 3 Millionen Jahre Wald

Der Kibira Nationalpark befindet sich im Nordwesten von Burundi. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in den Norden dieses Nationalparks, wahrscheinlich davor, in die Nähe der geschlossenen Grenze zu Ruanda zu gelangen. Ich befinde mich 20 Kilometer von dieser Grenze entfernt, am südlichen Ende des Nationalparks.

Da dieser Park eine der Hauptattraktionen in Burundi ist, will ich ihn natürlich nicht verpassen. Hier am südlichen Ende des riesigen Waldgebietes, das sich auch in Ruanda noch ausbreitet und dort Nyungwe Nationalpark heißt, wirkt die Welt friedlich. Wahrscheinlich bin ich weit genug von dem entfernt wovor auch immer das Auswärtige Amt warnt.

Ein freundlicher kleiner Mann empfängt mich mit sehr gutem Englisch und ebenso gutem Französisch. Er gehört der Volksgruppe der Batwa an und ist Parkranger. Er ist fast so groß wie ich, wobei groß in diesem Satz relativ betrachtet werden muss. Auf jeden Fall kennt er sich aber in dem Wald bestens aus.

Er kennt alle Pflanzen und die Geschichte des Waldes, der schon drei Millionen Jahre alt ist. Das haben Forscher herausgefunden, betont er. Die Bäume, die ich heute hier sehe, sind maximal 5000 Jahre alt. Einige von ihnen sind heilig ebenso wie der Wasserfall, den wir im Rahmen einer kleinen Wanderung suchen und finden.

Einen von den 300 Schimpansen zu treffen, die im Schutzgebiet leben, ist schwierig und es gelingt uns bei der kurzen Wanderung natürlich nicht. Dennoch bin ich begeistert von diesem schönen Stückchen Natur. Am Ende des Nationalparks geht die Landschaft nahtlos in die größte Teeplantage Burundis über. Da wir uns hier auf etwa 2200 Höhenmetern befinden, sind die Bedingungen für qualitativ hochwertigen Tee sehr gut.

Mein Highlight an diesem Tag im Nordwesten von Burundi war jedoch der Besuch bei den Batwa, einer Gemeinde von Menschen, die einst als Pygmäen bekannt waren. Sie sind in der Tat allesamt ziemlich klein, aber sonst sind sie sehr burundisch. Sie sprechen dieselbe Sprache, besuchen dieselben Kirchen und Schulen, wählen denselben Präsidenten.

Die Batwa-Gemeinde von Busekera II lebt allerdings etwas zurückgezogener, als andere Batwa-Gemeinden. Die etwa 20 Familien sind vor 60 Jahren aus dem Nationalpark vertrieben worden, nachdem dieser unter strengen Schutz gestellt wurde. Seither leben sie am Rande des Parks und schlagen sich als Tagelöhner durch, verkaufen Töpferwaren oder Schmiedekunst-Artikel, was ihre beiden handwerklichen Spezialitäten sind.

Unglaublich, wie viele Kinder 20 Familien haben können!

Ich habe etwas weniger über die Batwa gelernt, als ich mir vorgenommen hatte, aber die Gründe dafür erzähle ich euch in meinem nächsten Buch.

Eure Beatrice!

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