Bujumbura – Die Einheit, der Strand und das Palmöl
Bujumbura war lange Zeit die Hauptstadt von Burundi und ist weiterhin mit Abstand die größte Stadt im Land. Mit 1,5 Millionen Einwohnern ist es kein Vergleich mit anderen afrikanischen Großstädten, aber trotzdem ist hier ganz schön was los.


Burundi hat zwar keinen Zugang zum Meer, aber der Tanganjikasee, an dem Bujumbura liegt, kommt einem Meer schon nahe genug. Das Gewässer ist immerhin größer als Burundi und verschaff der ehemaligen Hauptstadt einen Strand. Dieser ist gesäumt von Restaurants und Kneipen aller Preisklassen, vom Plastikstuhl und Fritten mit Bier bis hin zu Fünfsternehotel und Lachsröllchen mit Champus. Ich fühle mich bei den Fritten recht wohl, zumal sie aus Bananen gemacht sind.
Ein paar Kilometer südlich von Bujumbura befindet sich ein Denkmal, bei dem ich nicht genau verstehe, warum es zu den touristischen Attraktionen des Landes zählt. Es ist das Livingstone und Stanley Denkmal. Es besteht aus einem Stein, in den die Namen dieser beiden Afrika-Erforscher und das Datum ihres Treffens hier in der Gegend eingraviert sind sowie zwei Statuen, die beide Herren darstellen. Ein freundlicher Mann erklärt mir alles, was man über das Treffen der beiden Briten wissen kann und ich bedanke mich. Sehenswert ist dieses Denkmal in meinen Augen nicht.


Interessanter sind die Menschen, die ganz in der Nähe des Denkmals Palmöl und Ziegelsteine herstellen. 20 Familien haben sich zu einer Kooperative zusammengetan und nutzen reihum die Presse, die sie mit reiner Muskelkraft betreiben. Jeder Arbeitsschritt ist mühsam, aber diese Presse zu betätigen wirkt besonders schweißtreibend. Es gab hier auch einmal eine Presse mit Generator, aber die ist nach vielen Jahren der Nutzung irgendwann kaputt gegangen. Vielleicht schaffe ich es, genug Geld aufzutreiben, um eine neue zu bezahlen. Ich werde mir was einfallen lassen.
In Bujumbura selbst steht das Einheitsdenkmal, das alle Bewohner des Landes daran erinnert, dass die Menschen in Burundi eine Einheit sind und dass man sie nur brechen kann, indem man sie entzweit. Das soll nie mehr vorkommen, nachdem die belgischen Kolonialherren es so vortrefflich geschafft und das Land in mehrere Bürgerkriege gestürzt haben. Man kann über den aktuellen Präsidenten sagen, was man will (ja, nicht viel Gutes), aber immerhin herrscht Frieden, seit er an der Macht ist.


Das Denkmal würde wahrscheinlich noch mehr Menschen an die Einheit erinnern, wenn es frei zugänglich wäre. Ich musste vor dem Besuch auf einer Bank ein Eintrittsgeld auf ein Konto überweisen, woraufhin ich ein Schriftstück erhielt, mit dem ich dann am selben Tag das Gelände des Denkmals betreten durfte. Eine eigenartige Sicherheitsmaßnahme.
Dann gibt es noch die Kathedrale und das Mausoleum des Nationalhelden, aber das eigentlich Interessante an Bujumbura sind die Märkte, der Strand und die Tatsache, dass man von hier aus zu vielen spannenden Zielen im Hinterland aufbrechen kann.
Eure Beatrice!


