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Tirana – Die Pyramide ist wieder weiß

Tirana – Plattenbaucharme und hippe Cafés

Ich glaube, ich war 2014 zuletzt in Tirana. Zwölf Jahre sind zwar eine lange Zeit, aber ich musste dich staunen, wie wenig von der albanischen Hauptstadt mir bekannt vorkam. Bin ich vergesslich geworden? Nein. Das ist es nicht. Tirana hat sich einfach nur rasend schnell verändert. Und zwar fast ausschließlich zum Besseren.

Ich erinnere mich noch gut an den Flughafen, denn als ich damals mit einem der späteren Flieger am Abend gelandet bin und das Flughafenpersonal hinter mir das Gebäude abgesperrt hat, wurde ich damals von dem freundlichen Busfahrer für die Flughafenmitarbeiter mit in die Stadt genommen. Es gab weder Busse noch Taxis und dieser nette Mann wollte nicht einmal Geld von mir annehmen.

Diesmal bin ich gegen Mitternacht gelandet und zwar auf einem lebendigen Flughafen mit Bars und Cafés, mit einem Tag und Nacht stündlich verkehrenden Expressbus und zahllosen Taxis. Mein Hotel lag diesmal in einem der Plattenbauviertel wenige Minuten vom Zentrum entfernt, aber es war top modern.

Im Zentrum kamen mir dann allerdings doch ein paar Gebäude bekannt vor. Am Skanderbeg Platz stehen noch dieses Reiterdenkmal und auch das Nationalmuseum mit dem auffälligen Mosaik im sozialistischen Stil. Aber die fast alle anderen Gebäude, die den Platz umgeben, sind neu und sehr modern. Sogar richtig schön. Eines hat die Form eines Kopfes.

Die Pyramide ist noch da! Enver Hoxhas Pyramide ist jedoch kaum wiederzuerkennen, denn nachdem der Marmor geklaut und das ganze Monstrum mit Graffiti besprüht, hat die Stadtverwaltung wohl doch vor ein paar Jahren entschieden, aus der Ruine ein neues Highlight zu machen. Nun ist sie wieder weiß, wenn auch nicht aus Marmor. Aber man kann nun wieder gefahrlos draufklettern. Drumherum und innen drin sind hippe Cafés und Start Up Firmen zu finden. Der Park wirkt modern.

Das Schöne an Tirana ist diese Mischung aus Plattenbaucharme und hochmoderner Architektur, aus alten Frauen in Kopftüchern, die am Straßenrand Kirschen verkaufen und jungen Frauen in Minikleidern, die auf Dachterrassen bei Technomusik Cocktails schlürfen. Die vielen öffentlichen Parks lockern die Stadt perfekt auf und machen daraus einen Wohlfühlort, wo man noch für zwei Euro ein Bier bekommt und für fünf Euro eine Pizza.

Richtig cool fand ich auch den Besuch im Bunk’Art 2, einem der alten Bunker aus der Zeit, in der Albanien das vielleicht verschlossenste Land der Welt war und als Enver Hoxha es mit eiserner Faust regierte. Bunker waren ja ohnehin so eine fixe Idee dieses Diktators.

Wer etwas über die Methoden der damaligen Regierung erfahren will, kann hier in authentischer Kulisse viel lernen. Die perfekte Ergänzung dazu ist das House of Leaves, wo es eine Ausstellung über die Abhörmethoden der albanischen Geheimdienste gibt.

Ich werde bestimmt in einigen Jahren noch einmal nach Tirana kommen und bin schon gespannt, welche Entwicklung das Land bis dahin durchgemacht hat.

Eure Beatrice!

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