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Bischarri – Zwischen Klöstern und Zedern

Bischarri – Zu Besuch bei Khalil Gibran

Kurz vor Tripoli liegt man von Beirut kommend nach links ab und nach einigen Kilometern schon wird das Klima angenehmer. Ein kühleres Lüftchen weht und die Luft wirkt sauberer als unten an der Küste. Bald öffnet sich zur linken das Qadischa-Tal. Steile Felswände fallen nach unten ab und ich kann es kaum glauben, dass die berühmten maronitischen Klöster alle da unten an diesen Felsen irgendwo hängen.

Von mehreren Aussichtspunkten aus kann man sich aber erkennen. Es sind Gebäude, die halb in den Fels hinein gehauen sind. Die Maroniten haben sich hier vor den Mamelucken und den Osmanen versteckt, die aus welchen Gründen auch immer Christen hassten. Ein gutes Versteck ist das Tal auf jeden Fall, denn bis heute kann man nicht mit dem Auto runter fahren.

Oben gibt es allerdings auch ein paar Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Khalil Gibran Museum. Es ist auch in einem alten maronitischen Kloster untergebracht. Irgendwie hatte ich mir unter dem Museum aber etwas anderes vorgestellt. Ich habe von Gibran tatsächlich schon gehört. Ich kann nicht beschwören, ob das schon war, bevor ich mich für eine Reise in den Libanon interessiert habe oder erst im Zuge der Reisevorbereitungen. Aber ich habe von ihm gehört als Dichter und Philosoph. Nun sind aber in dem Museum fast ausschließlich Bilder von ihm ausgestellt. Und zu meinem Entsetzen fand ich nur ein einziges, das ich für gelungen hielt.

Okay, ich bin kein Kunstexperte, aber diese Bilder sahen für mich alle so aus, als seien sie nicht fertig. Bei vielen fehlten die Konturen, bei anderen ganze Körperteile der Menschen, die meist nackt dargestellt sind. Bei anderen Bildern fehlte der Hintergrund oder es waren einfach nur so halbfertige Dinge darauf zu sehen. Gefiel mir überhaupt nicht. Dabei hat er als Philosoph ein paar Sachen aufgeschrieben, die ich echt klasse finde.

Der Zedernwald, der einige Kilometer oberhalb von Bicharri liegt, ist weltberühmt. Von Bischarri, das am Ende des Qadischa Tals auf etwa 1400 Höhenmetern liegt, fahren wir weitere 600 Meter hoch in die Berge. Hier fahren die Libanesen im Winter Ski. Der Kaiser Hadrian hat zu seiner Zeit schon eine Mauer um einen kleinen Zedernwald herum gebaut, um die tollen alten Bäume zu schützen. Königin Elisabeth II hat diese Mauer vor einigen Jahren reparieren lassen. Die Bäume sind noch immer geschützt. Leider aber nicht vor dem Klimawandel. Der macht ihnen zu schaffen, denn sie mögen die Hitze nicht.

Durch den kleinen Wald der hochgradig unter Naturschutz stehenden Bäume führt ein Spazierweg von vielleicht einem Kilometer Länge. Es riecht angenehm nach Zedernholz.

Bischarri ist nicht unbedingt der Höhepunkt der Reise in den Libanon, aber unbedingt einen Abstecher wert, vor allem wegen der riesigen teils bis zu 2500 Jahre alten Bäume und wegen des sehr angenehmen Klimas.

Eure Beatrice!

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