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Tripoli – Versteckte Schätze in einer schmutzigen Stadt

Tripoli – Manchmal knallt es. Dann bleiben wir zuhause.

Tripoli liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Beirut an der Küste des Libanon. Weniger als 25 Kilometer entfernt liegt die syrische Grenze. Tripoli ist allerdings eine der ältesten Städte im Libanon und zudem die zweitgrößte, also steht sie auf meinem Reiseprogramm.

Tatsächlich warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Tripoli. Mein Reiseleiter sagt jedoch, dass das übertrieben ist. „Manchmal knallt es in Tripoli, wenn die Alawiten und die Sunniten sich wieder mal wegen irgendeiner Beleidigung auf politischer Ebene hassen. Aber meistens ist alles ruhig und die Stadt ist ganz normal. Wenn es knallt, bleiben wir halt zuhause, bis sich die Lage beruhigt.“ Ich sehe sogar einige Panzer mitten in der Stadt. Es wirkt aber so, als seien diese nur zur Abschreckung hier geparkt. Die Soldaten sitzen in ihren kleinen Kabinen und rauchen oder schwatzen.

Alles ist friedlich und so kann ich mir ungehindert die Festung ansehen, die von den Fatiniden, den Kreuzrittern, den Mamelucken und den Osmanen Stück für Stück weitergebaut wurde. Sie steht mitten in der Stadt und ich habe einen grandiosen Ausblick auf die Altstadt und auf die alawitischen Stadtviertel, die etwas ärmlicher wirken als die der Sunniten im Westen der Stadt. Tripoli ist ganz schön voll gebaut. Kein einziger Park.

Unten im Gedränge der Altstadt laufe ich durch die Souks: der Seifensouk, der Schneidersouk, der Goldsouk und einige mehr. Mein Reiseleiter schimpft darüber, wie dreckig Tripoli im Vergleich zum Beispiel zu Byblos ist. Er findet zielsicher die mameluckischen Moscheen, Koranschulen und Bäder, die von innen wirklich sehenswert sind. In dem einen Bad, darf ich sogar einen Blick ins Innere werfen, obwohl da einige Männer mit dicken Bäuchen baden. Es wird nur ein Eintrittsgeld von umgerechnet 30 Cent erhoben.

In dem anderen Bad, das längst nicht mehr in Betrieb ist, das aber meines Erachtens nach ein Museum sein sollte, kann man einfach so reinschauen und Fotos machen. Es ist dem Verfall preisgegeben und ohne ortskundigen Führer unmöglich zu finden. Wir gehen durch einen Schuhladen durch und landen dann mitten in dem historischen Gebäude. Es ist verrückt. Aber es wäre auch albern, hier Eintritt zu verlangen, denn ich war sicherlich an diesem schönen Tag im September 2021 die einzige Touristin in Tripoli.

Denkt immer dran: Wenn es knallt, dann bleibt einfach zuhause.

Eure Beatrice!

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