Georgetown – Eggballs und Seekühe
Georgetown ist ein beschauliches kleines Städtchen, von dem man immer nur hört, dass es dort echt gefährlich ist. Okay, ich kann euch nicht sagen, wie es in den Außenbezirken oder in wenig bevölkerten dunklen Gassen in der Nacht aussieht, aber tagsüber und im Zentrum der Stadt habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt.


Ich hatte zweieinhalb Tage Zeit, um mir diese schöne kleine Stadt anzusehen und ich glaube, das war ausreichend, um mir ein gutes Bild von Guyanas Hauptstadt zu machen. Am besten haben mir die Seekühe gefallen, die im National Park, einem winzigen Stadtpark in einem großen Becken leben und sich darüber freuen, wenn die Landbewohner ihnen etwas von diesem schmackhaften Gras pflücken, das nicht weit von ihrem Teich wächst und an das sie normalerweise nicht herankommen.
Diese Tiere sind faszinierend, wirken unheimlich friedlich und scheinen sich hier sehr wohl zu fühlen. Es sind Tiere, die von Tierschützern gerettet wurden, nachdem ihnen durch Schiffsschrauben oder ähnliches schwere Verletzungen zugefügt worden sind. Hier haben sie ein neues ungefährliches Zuhause gefunden.


Das Nationalmuseum von Guyana befindet sich in Georgetown und es beherbergt einige sehr interessante Exponate. Von der seltensten und teuersten Briefmarke dieser Welt, der Magenta One Penny, gibt es nur eine Replik. Allerdings steht hier die Druckerpresse, mit der sie gedruckt wurde. Es gibt Skelettteile von einem Riesenfaultier, das in Guyana gefunden wurde und viele alte Karten, die von dem Landstrich gezeichnet wurden. An der Eingangstür steht ein Schild, das betont, dass Essequibo zu Guyana gehört. Es wäre auch eine ziemliche Schande, wenn Venezuela mehr als die Hälfte des Staatsgebietes von Guyana einfach so annektieren könnte. Da bliebe nicht mehr viel für Guyana übrig.


In Georgetown gibt es einige sehenswerte Kolonialbauten, unter anderem die St. George Kathedrale, der Sabroek Markt und mehrere schöne Regierungsgebäude. Die Restaurant-Situation gestaltet sich etwas schwierig, denn offenbar haben die meisten Lokale nur bis 18 Uhr geöffnet. Danach verwandeln sie sich entweder in Bars, in denen man sein eigenes Wort nicht mehr versteht, weil die Musik so unglaublich laut ist, dass man sie zwei Blocks weiter noch hört. Oder sie schließen einfach, weil ihre Besitzer sich in diese Bars mit der ohrenbetäubenden Musik gehen.


Das Essen ist allerdings echt lecker. Viel Fisch, viel frisches Obst, Kochbananen, Cassava, Eggballs und verschiedene Arten von Curry.
Also Leute, habt keine Angst vor Georgetown. Es ist eine tolle, lebendige Stadt.
Eure Beatrice!


