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Paris – fremde Kulturen und noch fremdere Sterne

By Kurz und schmerzlos No Comments

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Paris ist dank der perfekten TGV-Verbindung weniger als zwei Stunden entfernt. Zwar muss ich vorher erst mal den Bahnhof in Saarbrücken oder Luxemburg erreichen und dann auch noch mit einigen Minuten Verspätung rechnen, aber ich erreiche Paris schneller als Brüssel oder Berlin. Grund genug, der riesigen Stadt mehrmals im Jahr einen Besuch abzustatten. Die Stadt an der Seine verursacht bei vielen Besuchern, vor allem aus Japan das sogenannte Paris Syndrom. Offenbar wird den Japanern zu Hause ein sehr unrealistisches und maßlos beschönigtes Bild der Stadt Paris, der Stadt der Liebe, vermittelt. Wenn sie dann einmal in ihrem Leben die Reise ihres Lebens in die vermeintich schönste Stadt der Welt unternehmen, sind sie mitunter enttäuscht, um nicht zu sagen schockiert, weil Paris im Grunde schmutzig ist und stinkt.

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Kirgistan – Radon, Märchen und Komfortverzicht

By Lieblingskrankheit: Reisefieber One Comment
  DSC01166k  Kirgistan

 

Nachdem ich mit Anastasia durch den Südosten von Kasachstan gefahren bin, übergibt sie mich an den etwas schüchternen Serik, der mir sein Land: Kirgistan zeigen soll. Serik ist halb Kasache und halb Kirgise, er lebt in der Hauptstadt Bishkek und hat eine Frau geheiratet, die halb Kirgisin, halb Usbekin ist. Die junge Familie bildet das Völkergewirr in Kirgistan sehr gut ab und trägt wohl entscheidend zur Völkerverständigung bei.

Serik findet es ein wenig schade, dass die Hauptstadt Bishkek vor einigen Jahren anlässlich der Unabhängigkeit des Landes von Frunze in Bishkek umbenannt wurde. In meinen Ohren klingt Frunze irgendwie nicht so hübsch. Aber wer in Frunze aufgewachsen ist, der hängt vielleicht aus nostalgischen Gründen an diesem Namen.

Meine Reise durch Kirgistan beginnt in der Nähe des Issyk Kul Sees. Da dieser mehr als elf mal so groß ist wie der Bodensee, kann man sich eine ganze Weile in der Nähe dieses Sees aufhalten, ohne dass einem langweilig wird. Zu allererst schaue ich mir einen echt großen Haufen Steine an. Er hat eine recht traurige Geschichte: Tamerlan war ein berühmter Kriegsheld und ein Truppenführer, der von hier aus seine Leute in eine wichtige Schlacht nach China führte. Da er sich mit Buchhaltung und Mathematik nicht sehr gut auskannte, nutzte er ein etwas primitiveres System, um einen Überblick über seine Verluste zu haben. Auf dem Hinweg schnappte sich jeder seiner Soldaten einen Stein. So entstand dieser Haufen Steine. Auf dem Rückweg entfernte jeder Überlebende wieder einen der Steine. Man muss kein mathematisches Genie sein, um zu sehen, dass es einige Verluste in der Schlacht gab.

Historische Steinhaufen und ganz besonders schöne Toiletten!

 Kirgistan  Toilette Kirgistan

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Kasachstan – das vergessene Ende der Seidenstraße

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Von Kasachstan hatte ich bisher nur wenig gehört. Ich habe mal einen Artikel über den amtierenden Präsidenten / Diktator gelesen und dann einen Zeitungsbericht über ein Verbot von Reizwäsche. Beides machte wenig Lust auf eine Reise dorthin, aber ich sagte mir, dass ein Land, das so groß ist, allein schon deshalb einige Sehenswürdigkeiten haben muss. Wegen seiner schieren Größe muss man sich jedoch für einen kleinen Zipfel des großen Kasachstans entscheiden. Ich habe die Südostecke gewählt.

 Moschee Almaty  Basschi

Von Almaty nach Basschi und dann ins Nirgendwo!

Die Reise beginnt in Almaty, dem ehemaligen Alma Ata, einer Stadt an der Seidenstraße, die einst ein prunkvolles Handelszentrum gewesen sein muss. Von der einstigen Pracht ist jedoch nur noch wenig übrig. Kaum ein Gebäude ist älter als 100 Jahre. Als Sehenswürdigkeiten werden die hölzerne und erdbebensichere Kathedrale, eine nicht erdbebensichere Moschee mit goldenen Kuppeln, ein riesiger Markt unter einem grünen Blechdach und eine Süßigkeitenfabrik präsentiert, die einem hohen ukrainischen Politiker gehört. Sie versorgt das ganze Land zuverlässig mit klebrigem Zuckerzeug.

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Normandie – Auf Regen folgt Regen

By Kurz und schmerzlos No Comments

Normandie – Auf Regen folgt Regen

Normandie

Normandie

Die Normandie gibt sich unheimliche Mühe damit, eine Atmosphäre zu erzeugen, in der ich den Schauplatz des D-Day, des Jour J oder des Tag X sehr authentisch erleben kann: es regnet. An dem Tag, als die Alliierten Anfang Juni 1944 an den Stränden der Normandie „gelandet“ sind, soll es auch geregnet haben. Ich schaue mir der Reihe nach die Strände an: Sword Beach im Osten, Juno Beach, Gold Beach und Omaha Beach etwas weiter westlich.

Vor mir im Wasser liegen die letzten Überreste von alten Ponton-Brücken, die den Mulberry-Hafen gebildet haben. So konnte auch ohne ein Hafenbecken für Nachschub gesorgt werden. Die riesigen Metallungetüme liegen friedlich in der Brandung und

Normandie Strand

Normandie Strand

rosten vor sich hin, so als würden sie einfach hierher gehören. Irgendwie empfinde ich die Gegenwart dieser Erinnerungsstücke als bedrückend, wenn ich daran denke, unter welchen Umständen und vor allem warum sie hier her gelangt sind. Trotzdem gibt es in unmittelbarer Nähe zahlreiche Ferienwohnungen mit einem schönen Blick auf den breiten Sandstrand und die Überreste des D-Day.

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Kambodscha – Angkor, Amok und Angkar

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Kambodscha liegt in Südostasien und es ist durch zwei Sachen weltweit bekannt geworden: einerseits die unglaublich gut erhaltenen Tempelruinen von Angkor Wat, die teils 1000 Jahre alt sind und den Betrachter in ähnliches Staunen versetzen wie die Pyramiden von Gizeh und die Tempel der Maya und Inka in Südamerika; andererseits die jüngere Geschichte des Landes. In den 70er Jahren erlebte Kambodscha einen mehr als grausamen Völkermord unter dem Regime der Khmer Rouge, der Roten Khmer. Beides sind Gründe, warum ich ein zweites Mal Kambodscha besuche und mir diesmal mehr Zeit lasse, um auch den Süden des Landes zu erleben.

Kambodscha -Angkorwat

Ein kleiner Fehler hat sich in meine Reiseplanung eingeschlichen: Gleich am ersten Tag sehe ich den berühmtesten und größten Tempel Angkor Wat und den etwas kleineren aber auch bekannten Tempel Bayon. Damit kann es ab dem 2. Tag eigentlich kaum noch schöner werden, denn diese beiden Tempelanlagen sind so beeindruckend, dass ich am liebsten stundenlang einfach nur mit offenem Mund staunen möchte. Natürlich erinnere ich mich von meinem letzten Besuch an die mächtigen Türme mit den Gesichtern und an die Wassergräben sowie die schnalen steilen Stufen, aber trotzdem haut mich der Anblick wieder um.

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Prag – Kafka, Kronen und Knochen

By Kurz und schmerzlos No Comments
Uhr-Prag

Uhr-Prag

Prag empfängt mich im Mai mit einer meteorologischen Unentschlossenheit, die von Sonne über Platzregen bis hin zu kühlen Sturmböen ein breites Spektrum abdeckt. Ich schaffe es leider nicht ganz, mich genau dann, wenn es regnet, in einem Museum aufzuhalten und so werde ich am ersten Tag mitten auf der berühmten Karlsbrücke klatschnass. Natürlich bin ich dabei nicht alleine, denn auf der Brücke schieben sich gefühlte Millionen  von Touristen dicht aneinandergedrängt zwischen den steinernen Statuen und den kleinen Verkaufsständen hindurch.

Prag

Prag

 

Als ich die Burg erreiche, ist das Wetter wieder versöhnlich gestimmt und ich staune nicht schlecht, als auf dem Platz vor dem majestätischen Veitsdom eine kleine mürrisch dreinblickende Bernd-das-Brot-Plüschfigur sitzt. Sicherlich schaut sie nur deshalb so mies gelaunt aus, weil jemand sie im Regen hier hat sitzen lassen. Zunächst werfe ich einen Blick in das goldene Gässchen, wo ich mitunter Minutenlang warten muss, um ein Foto von einem der Gebäude machen zu können, ohne dass mir ein Tourist ins Bild läuft. In den Wehrgängen, wo es eindrucksvolle Sammlungen von alten Rüstungen und Schwertern gibt, ist die Luft muffig und verbraucht. Die Besucher quetschen sich fast schmerzhaft aneinander vorbei, um einen Blick auf die lustigen metallenen Ritterrüstungen werfen zu dürfen. Diese sehen unheimlich unbequem aus und ich kann mir kaum vorstellen, darin auch nur wenige Schritte zu machen, geschweige denn einen Krieg zu führen.

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Zypern – Uralte und brandneue Ruinen

By Kurz und schmerzlos No Comments
Nikosia

Nikosia

Eher spontan kam die Idee, Zypern zu besuchen und damit den Länderpunkt Nummer 90 einzufahren. Einige Zeit lang habe ich hin und her überlegt, ob ich für einen Besuch auf der Insel Zypern nicht vielleicht sogar noch einen zweiten Länderpunkt bekommen kann, weil der Norden immerhin eine eigene Flagge, eine eindrucksvolle Grenze und einen anderen Charakter hat als der südliche Teil. Da aber nur ein anderes Land auf der Welt Nordzypern anerkennt, werde ich es vorerst nicht zählen.Zunächst muss man sich an den Linksverkehr gewöhnen. An jeder Autobahnausfahrt finden sich erneut Schilder, die darauf hinweisen, dass man links fahren soll – wohl in weiser Voraussicht, denn es sind viele Touristen unterwegs. Man erkennt die Touristen in ihren Mietautos an den roten Nummernschildern, die alle anderen Verkehrsteilnehmer vor den potentiell gefährlichen Touristen warnen sollen.

 

Nikosia

Nikosia

Ich habe trotzdem beide Hälften von Zypern besucht. Zunächst einmal gab es im Süden eine wirklich uralte Siedlung aus der Zeit um 7000 bis 4000 vor Christus zu bestaunen. Von Chirokitia ist zwar nicht mehr sehr viel mehr als eine Menge steinerner Mauerreste übrig, aber dafür, dass diese Behausungen so alt sind, ist das nicht schlecht. Man hat für die Besucher mit nur wenig Vorstellungskraft drei der Hütten wieder aufgebaut. Hier wurde auch das nette kleine Männchen gefunden, welches sich auf den zypriotischen Euromünzen befindet. Die Menschen in Chirokitia haben ihre Toten übrigens im Haus unter dem Boden begraben, was etwas befremdlich wirkt, aber wohl dafür gesorgt hat, dass man 9000 Jahre später noch Reste davon finden konnte.

Weiter geht es entlang der Südküste Zyperns bis ganz in den Westen Zyperns. Hier liegt die Stadt Pafos mit ihrem riesigen archäologischen Park. Ich besuche eindrucksvolle Königsgräber, für die viel Werbung gemacht wird. Am Ende stellt sich heraus, dass hier allerdings nie auch nur ein einziger König beerdigt wurde. Trotzdem ist der Name beibehalten worden, weil er einfach königlicher klingt. Read More

Delhi – 16 Millionen Inder bei 42 Grad

By Kurz und schmerzlos No Comments
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Am Flughafen von Delhi empfängt mich ein freundlicher rundlicher Inder, der mich zu einem verbeulten weißen Kastenwagen bringt. Schon auf dem Weg zum Auto schwitze ich, denn es herrschen etwa 40 Grad. Deepak versichert mir, dass die Fahrt zum Hotel nur 20 Minuten dauern wird. Nach 20 Minuten, in denen wir uns durch den teils verwirrenden Verkehr der Hauptstadt schlängeln, wiederholt er sein Versprechen: „Noch 20 Minuten, maximal!“

Endlich kommen wir zum Hotel. Langsam dämmert mir, warum dieses Hotel so unschlagbar günstig war (ich habe nur 17 Euro für 2 Nächte mit Frühstück und Flughafentransfer bezahlt). Es befindet sich in einem der hektischsten und vor allem lauten ärmeren Viertel der Stadt. Hier leben die Menschen auf engstem Raum und der Müll liegt zwanzig Zentimeter hoch auf den Bürgersteigen, die von Kühen, Rikschas und Fußgängern aller Couleur genutzt werden.

delhi7

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Ich begutachte mein Zimmer und stelle fest, dass es kein Toilettenpapier gibt, keine Handtücher und noch nicht einmal Bettlaken. Der einzige Luxus besteht aus einem winzigen Fernseher und einem Deckenventilator. Ich fürchte mich ein wenig vor der schmuddeligen grünlichen Wolldecke auf dem Bett, aber zunächst will ich mit Deepak die Stadt unsicher machen und mich später um eventuelle Bakterien sorgen. Read More

Bhutan – Wo das Glück zu Hause ist

By Asiens letzte Geheimnisse 2 Comments

Bhutan – das vielleicht glücklichste Land der Welt!

 Thimphu Dzong Kreisel

Nachdem ich in Nordkorea das wohl unglücklichste Land der Welt besucht habe und mich dort sehr eigenartig gefühlt habe, wollte ich unbedingt ein glückliches Land sehen. Welches Land sollte dafür besser geeignet sein als Bhutan, ein Land, dessen König davon überzeugt ist, dass das Glück seiner Mitbürger wichtiger ist als der wirtschaftlichen Fortschritte?

 

 Punakha  Tempel Kamsun yuley

Um nach Bhutan zu gelangen, muss ich mir eine von fünf Städten aussuchen, von denen aus die bhutanische Flugfgesellschaft Druk Air exklusiv nach Paro startet. Ich wähle die quirlige Metropole Delhi als Zwischenstation und nur etwa 17 Stunden, nachdem ich etwas hektisch meine Arbeitsstelle verlassen habe, befinde ich mich im Landeanflug auf den Flughafen Paro. Die zuversichtliche Stimme des Piloten, die beruhigende Musik aus den Lautsprechern und die Berge des Himalaya, die für meinen Geschmack weit genug von den Tragflächen entfernt sind, sorgen dafür, dass ich mich nicht unwohl fühle. Dass der Flughafen von Paro einer der gefährlichsten der Welt sein soll, kann ich kaum nachvollziehen.

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Venezuela – alles ist illegal und so schön grün

By Traumziel weit weg No Comments

angelklein

Von Venezuela kommen nach Deutschland in den letzten Tagen nur negative Neuigkeiten. Einige Tote bei Aufständen und Toilettenpapierknappheit beherrschen die Pressemeldungen. Höchste Zeit, ein paar gute News aus diesem schönen Land in Südamerika nach Hause zu bringen.

Venezuela hat nicht nur den höchsten Wasserfall dieser Welt zu bieten, sondern auch sonst jede Menge Sehenswürdigkeiten, die meist sehr grün und oft sehr nass sind. Auf dem Weg zum berühmten Salto Angel und zu den Tepuis im Canaima Nationalpark wurde ich gründlich mit den Wassern des Rio Carao und des Rio Churún gewaschen. Zugegeben, es braucht gutes Sitzfleisch, wenn man sich die fünfstündige Fahrt im hölzernen Boot antun möchte. Als ich dann aber schweißgebadet über Stock und Stein zum Aussichtspunkt hinauf geklettert war, konnte ich nur darüber staunen, dass ich tatsächlich der Meinung war: es lohnt sich!!

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