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Kurz und schmerzlos

Kiew – Viele tote Mönche in Disneyland

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Bunte Kirchen und ein Wahnsinnskloster

Nachdem ich ein paar Bilder aus Kiew auf Facebook gepostet hatte, fragte mich ein Freund, ob ich in Disneyland sei. Daraufhin habe ich mir meine Bilderauswahl noch einmal angesehen und festgestellt, dass ich tatsächlich eine hellblaue, eine weiß-grüne, eine safrangelbe und eine rötliche Kirche ausgewählt hatte. Zusammen sah das sehr bunt und fröhlich aus. Kiew hat also auch etwas mit Disneyland gemeinsam.

Ansonsten ist Kiew eine wirklich schöne und spannende Stadt, in der es viel zu sehen gibt. Von meinem Hotel aus habe ich einen tollen Blick auf den Maidan Platz, der spätestens seit 2014 traurige Berühmtheit in ganz Europa erlangt hat. Heute wirkt er wieder wie ein lebendiger Stadtplatz und bis auf die Fotos der ermordeten Demonstranten erinnert nichts mehr an die Revolution von vor zwei Jahren. Es ist tagsüber eher ruhig, aber am Abend finden sich viele junge Leute auf dem berühmten Unabhängigkeitsplatz ein und genießen das Leben. Read More

Paris im Rausch der Fußball-Europameisterschaft

By Kurz und schmerzlos No Comments

Die EM ist alle vier Jahre ein Ereignis, das in allen Europäern die Sportbegeisterung und den Nationalstolz weckt. Menschen aller Altersklassen interessieren sich plötzlich für Fußball. Sogar die normalerweise eher vernünftigen Zeitgenossen schwenken kleine Fähnchen, ziehen sich alberne Hüte in den Nationalfarben an, schmücken ihre Fahrzeuge und füllen in ihrer Stammkneipe oder auf der Arbeit eifrig Tabellen mit Fußballwetten aus.

Als fast einzige Vertreterin Deutschlands in meiner Firma habe ich am Tippspiel teilgenommen und mich vergleichsweise vorbildlich mit einem fünften Platz von 20 in der Vorrunde geschlagen. Durch einen mehr oder weniger verrückten Zufall kam ich dann auch noch an Fußballtickets für ein Spiel der deutschen Mannschaft in Paris heran. Mehrere Menschen haben mich zu diesem glücklichen Zufall beglückwünscht. „Hey, das ist ja klasse“, haben sie gesagt. Und dann haben sie hinzugefügt: „Aber dann musst du ja nach Paris fahren!?“ Genau. Ich wusste aber schon, wen ich für diese kurze aber wahrscheinlich unvergessliche Amoktour nach Paris begeistern konnte: Meinen amerikanischen Freund Brian, der sich seit er hier in Deutschland lebt sehr für die kuriosen Eigenheiten und typisch deutschen Traditionen begeistert. Es bedurfte nur einer kurzen Nachricht per Handy und schon hatte ich meinen Reisepartner gefunden. Wenige Stunden später hatte Brian ein Fußballtrikot der Nationalmannschaft in seiner Größe und einen Hut in schwarz, rot und gold aufgetrieben sowie einen Urlaubsschein abgegeben. Der Zug war schnell gebucht und so saßen wir also an einem friedlichen Donnerstagabend im Metzer Bahnhof und tranken ein belgisches Bier zur Einstimmung. Read More

Niagarafälle – Viel Wasser und noch mehr Neonlichter

By Kurz und schmerzlos No Comments

Casinos und 6000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde

Von Toronto aus habe ich einen Ausflug zu den Niagarafällen unternommen. Tatsächlich waren die Niagarafälle der eigentliche Grund für meine Kanadareise im Frühjahr 2016. Nachdem ich die Viktoriafälle und die Wasserfälle von Iguazu gesehen hatte, standen die Niagarafälle als die wasserreichsten Wasserfälle in Nordamerika auf meiner Liste der Naturwunder, die ich besuchen wollte.

Auf jeden Fall gehören sie zu den Top 10 der Wasserfälle dieser Erde und nun waren sie der Grund für meine erste Reise nach Kanada, die sicherlich nicht die letzte gewesen sein wird. Denn so sehr mich das Klima dieses riesigen Landes abschreckt, so schön kann es dort im Frühling und Sommer sein. Außerdem ist Kanada von der Atmosphäre her irgendwie ein bisschen wie eine menschlichere Version der Vereinigten Staaten. Ich will nichts Negatives über die USA sagen, ich liebe dieses faszinierende und abwechslungsreiche Land. Aber Kanada hat den USA in Sachen Weltoffenheit, Politik, Umweltschutz und Friedlichkeit (man schaue sich nur einmal die Waffengesetze an) einiges voraus. Es ist quasi eine gute Alternative für jemanden, der gerne in Nordamerika leben, aber nicht in den USA verklagt, vergiftet oder erschossen werden möchte.

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Madrid – Kunst, Kirchen, Folterungen und Süßigkeiten

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Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!

Ich kann nicht genau sagen, warum ich es in 36 Jahren nicht geschafft habe, die spanische Hauptstadt Madrid einmal zu besuchen. Sie ist bis vor kurzem eine der wenigen Hauptstädte Europas gewesen, die ich noch nie gesehen hatte und im Grunde ist das eine Schande für eine Weltreisende wie mich. Es wurde also höchste Zeit, diese Weltstadt aufzusuchen und mir ihre Kunstschätze und weltberühmten Plätze und Gebäude anzusehen.

Madrid ist wider Erwarten überhaupt nicht beleidigt, weil ich schon zweimal in Rom, zweimal in Prag und zehnmal in Paris sowie London war und ihm sogar Chisinau und Tirana vorgezogen hatte. Die spanische Hauptstadt empfängt mich im Gegenteil mit Sonnenschein und der überraschenden Tatsache, dass der sehr günstige und etwas dubiose Flughafentransfer tatsächlich wie geplant stattfindet und das auch noch in einem passablen Fahrzeug.

Das Museo del Prado ist wohl eines der berühmtesten der ganzen Welt. Es gehört zudem zu den 20 meistbesuchten Museen der Welt und ist wohl ein absolutes Muss für alle Kunstfreunde. Ab 18 Uhr ist der Besuch des Prado kostenlos für die beiden letzten Stunden des Tages. Als ich pünktlich um 18 Uhr vor dem Eingang erscheine, hat sich schon eine etwa 300 Meter lange Schlange gebildet. Ich musste also einen Trick anwenden, den mir mein sonst sehr vernünftiger und regelkonformer Vater beigebracht hat und mich unauffällig in die Reihen einer ukrainischen Reisegruppe einreihen, die ganz vorne in der Schlange stand. Das hat ganz hervorragend funktioniert und um zehn nach sechs war ich im Prado und das auch noch umsonst. Madrid ist toll. Ich bestaune unschätzbare Gemälde von Francisco de Goya, Diego Velazquez und anderen spanischen Meistern und habe nach zwei Stunden auch dann genug von der Kunst.

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Toronto – Stadt der unsichtbaren Türme

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Die längste Straße der Welt und ein schüchterner CN Tower

Zunächst empfängt mich die Metropole im kanadischen Bundesstaat Ontario mit einer Mischung aus Nebel und Nieselregen. Bei frostigen sieben Grad sieht man nicht viel von den 2,6 Millionen Einwohnern der größten Stadt Kanadas. Trotzdem will ich meine wie immer knapp bemessene Zeit nutzen und in den drei Tagen, die ich mir für diese Stadt am Ontariosee genommen habe, möglichst viel von der Stadt sehen.

Bei meinem ersten Stadtrundgang muss ich mich mit der unteren Hälfte von Toronto begnügen, denn die obere Hälfte der riesigen Wolkenkratzer ist in dichten wabernden Nebel gehüllt. Ich kann nur ahnen, dass diese Gebäude sicher sehr eindrucksvoll sind. Auch der berühmte CN Tower, das Wahrzeichen der Stadt, versteckt sich wie eine Diva. Ich muss an den Mount Fuji denken. Als ich diesen berühmten Berg in Japan besuchen wollte, war ich genauso enttäuscht.

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Santiago de Chile – Von Animitas und Pfirsichen

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Stressfrei durch Santiago de Chile

Dieses Mal konnte ich meinen Besuch in Santiago de Chile ganz entspannt angehen, denn ich hatte vor knapp zwei Jahren schon alle wichtigen Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Ich befand mich also in einer Stadt, die ich schon ein wenig kannte und ich fühlte mich vollkommen entspannt, weil ich nichts zu erledigen hatte. Mein Fernwehorgan und meine Abenteuerdrüse erlauben es mir nicht, mich an einem Ort aufzuhalten, ohne dessen Besonderheiten zu erkunden. Aber in diesem Fall konnte ich mich einfach zurücklehnen und ein wenig herum schlendern.

Natürlich fand ich trotzdem noch vieles, was es zu entdecken gab. Da wäre zum Beispiel eines der Häuser von Pablo Neruda, das zum Museum erklärt wurde. Hier kann man mit einem Audioguide bewaffnet durch die Räumlichkeiten streifen und sich seine etwas eigenwillige Sammlung von schrulligen Gegenständen anschauen. Immerhin ist auch ein Nobelpreis für Literatur dabei – den hat nicht jeder verrückte Sammler vorzuweisen.

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Dubai – Glas und Stahl und goldene Muffins

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Superlative und gemischte Gefühle in Dubai

Dubai ist eine Destination, die ich mit gemischten Gefühlen besucht und erlebt habe. Auf der einen Seite ist die Architektur in diesem kleinen Emirat einfach atemberaubend und faszinierend. Allein schon der Blick auf die Skyline und die einzelnen Paläste aus Stahl und Glas ist beeindruckend und im Grunde die Reise wert.

Wenn man sich an den gigantischen Bauten satt gesehen hat, wird man davon überzeugt, dass Dubai eine alte und reiche Kultur hat. Dazu muss jeder Tourist das kleine Museum besuchen, welches über die Ursprünge des Wüstenstaates informiert. Dabei wird aber im Grunde nur klar, dass die Großväter und teils noch die Väter der stinkreichen Scheichs in Zelten in einem winzigen Fischerdorf gelebt haben, bevor das Öl gefunden wurde und zum wichtigsten Handelsgut auf diesem Planeten avancierte. Read More

Valparaiso – zwischen Hafen und Altstadt

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Ein Hafen, tolle Aussichten und besser kein Abstecher in die Nachbarstadt

Valparaiso liegt am Meer und zwar auf einer anschaulichen Anzahl von verschiedenen Hügeln, so dass fast jedes Haus einen Blick aufs Meer hat. Es ist hier so hügelig, dass man schon vor mehr als 130 Jahren angefangen hat, Aufzüge in den Straßen zu bauen. Diese teils etwas abenteuerlichen Kosten aus Holz, die an steilen Schienen mit viel Getöse hinauf und wieder herunter ruckeln, gehören zu den interessanten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Angeblich haben die Stadtviertel mit den höheren Kriminalitätsraten auch die besseren Aussichten. Aber auch die Viertel, in die man sich als Tourist bedenkenlos verirren kann, scheinen ausschließlich Gebäude mit traumhaftem Meerblick zu haben. Da wäre zum Beispiel das Haus von Pablo Neruda, das heute als Museum für alle zugänglich ist. Es ist vergleichbar mit dem Haus von Pablo Neruda in Santiago de Chile, nur dass seine Lage einfach unschlagbar ist. Das etwas verschrobene Gebäude hat einen recht kleinen Grundriss, dafür aber fünf Stockwerke, in denen jeweils etwa ein oder zwei kleine Zimmer Platz haben. Je höher man steigt, desto atemberaubender wird die Aussicht auf die mit bunten Häusern bedeckten Hügel und den Hafen.

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Rom – When in Rome, do what the Romans do

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Ostern in der ewigen Stadt mit unsäglich viel Kunst, einem toten Hummer und einer gefühlten Million Touristen

Die Frage, ob es denn eine gute Idee sei, an Ostern nach Rom zu fahren, wurde mir mehrfach gestellt. Ich konnte dazu nur sagen, dass ich unbedingt mal wieder nach Rom fahren wollte, sogar noch einen Begleiter gefunden hatte und nun mal am Ostermontag frei habe. Ich war vor etwa 15 Jahren schon einmal in Rom gewesen, auch am Osterwochenende. Damals war ich aber schlecht vorbereitet. Diesmal würde es mir nicht passieren, dass ich die Sixtinische Kapelle wegen Feiertagen verpassen würde. Voll Energie sind wir also freitags nach Rom geflogen.

Der Taxifahrer, der uns vom Flughafen zum Hotel brachte, demonstrierte eindrucksvoll den „italian way of life“ indem er in den 30er-Zonen mit 110 entlang fegte und uns trotz Fußgängerzone und Kopfsteinpflastersträßchen, die nur wenige Zentimeter breiter als sein Taxi waren, bis direkt vor die Haustür brachte. Die nächste Überraschung war, dass es im Hotel keine Rezeption gab. Telefonisch erhielten wir einen Code für die Eingangstür und man verriet uns, wo wir den Zimmerschlüssel finden konnten.

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Valparaiso – ein Meer der Farben

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Valparaiso – Chiles Farbtopf

Von Valparaiso wusste ich eigentlich nur, dass es auf der Liste des UNESCO Welterbes steht und dass es immer mal wieder abbrennt. Erst vor wenigen Jahren war die schöne Küstenstadt wieder in der Presse, weil ein außergewöhnlich verheerendes Feuer zahlreiche der unter Schutz gestellten Gebäude zerstört oder zumindest stark beschädigt hatte.

Nun war genug Zeit vergangen, in der die Leute in Valparaiso wieder aufräumen und die Brandschäden beseitigen konnten. Keiner weiß, wann das nächste Feuer ausbricht und daher – und weil ich gerade mehr oder weniger in der Gegend war – habe ich Valparaiso einen Besuch abgestattet. Ich fand auf Anhieb online ein erschwingliches Hotel mitten in der Altstadt und die Busfahrkarte von Santiago aus war schon für etwas mehr als sechs Euro zu haben. Es gibt also nur gute Gründe, um Valparaiso zu besuchen.

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