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Kurz und schmerzlos

Malta – unaussprechlich katholisch

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Die Zeit der frühlingshaften Kurztrips und der langen Wochenenden (Ostern, Pfingsten, 1. Mai etc) rückt näher und das ist doch ein guter Zeitpunkt, um sich an vergangene Trips zu erinnern um die Vorfreude zu schüren. Besonders schön war der Ausflug auf die Mittelmeerinsel Malta, auf der man alte Städte, noch ältere Steine, unaussprechliche Ortsnamen und sehr katholische Menschen antreffen kann.

Malta katholisches Malta

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Andorra – Sie weisseln ja gar nicht!

By Kurz und schmerzlos No Comments

In der Schule habe ich „Andorra“ von Max Frisch gelesen. Das ist schon eine Weile her und ich erinnere mich nur undeutlich an diese Geschichte. An was ich mich aber noch gut erinnern kann ist die Szene, in der alle Andorraner ihre Häuser „weisseln“. Sie streichen bei Max Frisch alles weiss und daher dachte ich, in Andorra müssten alle Gebäude weiss sein.

 Andorra  Andorra Schwimmbad

Die erste Enttäuschung bei der Einfahrt in das sehr kleine Land in den Pyrenäen ist groß: Kein einziges Gebäude wurde geweisselt. Zumindest nicht in den letzten 20 Jahren. Vielmehr scheinen die Andorraner Gebäude zu haben, die aus hübschen grauen Steinen gebaut sind. Die restlichen sind aus Glas, Stahl und Beton und sehen modern, wenn nicht gar futuristisch aus. Wer aus Spanien nach Andorra hinein kommt, der muss sich zunächst an einer Reihe von Fastfoodrestaurants, Shoppingcentern, Tankstellen und Autohäusern vorbei drängen, bis er die eigentliche Stadt Andorra la Vella erreicht. Read More

London – Von Juwelen und anderen Schätzen

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London – eine Stadt voller Überraschungen

London ist auch beim vierten Besuch wieder eine Stadt voller Überraschungen. Die größte Überraschung war wohl diesmal die Wettervorhersage, die verkündete, dass es drei Tage AM STÜCK nicht regnen sollte. Ich war also ganz gespannt auf dieses meteorologische Phänomen, das in London so selten ist. Tatsächlich war von Freitag bis Sonntag mittag das Wetter trocken. Dann jedoch, kurz bevor ich schon wieder Richtung Flughafen unterwegs war, zeigte sich doch noch eine kleine Gewitterwolke und schickte einige Regentropfen zu mir herab. Es war zwar nur ein Alibi-Regen, aber immerhin. Mein Vorurteil, dass es in London IMMER regnet, wurde bestätigt.

 London Tunnel Gurke in London

 

In einem Hotel in Ilford wohne ich in einem Zimmer das etwa vier Klassen besser ist als das bei meinem letzten, vorletzten und vorvorletzten Aufenthalt in London. Zwar ist eine Hälfte des Bettes ungefähr so bequem wie ein Waschbrett, aber die andere Hälfte ist akzeptabel. Das WIFI funktioniert nicht, weil ich in einem Nachbarhaus des eigentlichen Hotels untergebracht bin, aber die Dusche, bei der man zwischen heiß und sehr heiß wählen kann, ist funktionstüchtig. Der Portier ist von Freitag nachmittag bis Sonntag mittag derselbe Kerl. Der Arme schiebt offenbar eine 72 Stunden Schicht. Erstaunlicherweise ist er an allen drei Tagen guter Laune. Vielleicht gehören stimmungsaufhellende Drogen zu seinem Arbeitsvertrag.
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Paris – fremde Kulturen und noch fremdere Sterne

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Paris ist dank der perfekten TGV-Verbindung weniger als zwei Stunden entfernt. Zwar muss ich vorher erst mal den Bahnhof in Saarbrücken oder Luxemburg erreichen und dann auch noch mit einigen Minuten Verspätung rechnen, aber ich erreiche Paris schneller als Brüssel oder Berlin. Grund genug, der riesigen Stadt mehrmals im Jahr einen Besuch abzustatten. Die Stadt an der Seine verursacht bei vielen Besuchern, vor allem aus Japan das sogenannte Paris Syndrom. Offenbar wird den Japanern zu Hause ein sehr unrealistisches und maßlos beschönigtes Bild der Stadt Paris, der Stadt der Liebe, vermittelt. Wenn sie dann einmal in ihrem Leben die Reise ihres Lebens in die vermeintich schönste Stadt der Welt unternehmen, sind sie mitunter enttäuscht, um nicht zu sagen schockiert, weil Paris im Grunde schmutzig ist und stinkt.

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Normandie – Auf Regen folgt Regen

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Normandie – Auf Regen folgt Regen

Normandie

Normandie

Die Normandie gibt sich unheimliche Mühe damit, eine Atmosphäre zu erzeugen, in der ich den Schauplatz des D-Day, des Jour J oder des Tag X sehr authentisch erleben kann: es regnet. An dem Tag, als die Alliierten Anfang Juni 1944 an den Stränden der Normandie „gelandet“ sind, soll es auch geregnet haben. Ich schaue mir der Reihe nach die Strände an: Sword Beach im Osten, Juno Beach, Gold Beach und Omaha Beach etwas weiter westlich.

Vor mir im Wasser liegen die letzten Überreste von alten Ponton-Brücken, die den Mulberry-Hafen gebildet haben. So konnte auch ohne ein Hafenbecken für Nachschub gesorgt werden. Die riesigen Metallungetüme liegen friedlich in der Brandung und

Normandie Strand

Normandie Strand

rosten vor sich hin, so als würden sie einfach hierher gehören. Irgendwie empfinde ich die Gegenwart dieser Erinnerungsstücke als bedrückend, wenn ich daran denke, unter welchen Umständen und vor allem warum sie hier her gelangt sind. Trotzdem gibt es in unmittelbarer Nähe zahlreiche Ferienwohnungen mit einem schönen Blick auf den breiten Sandstrand und die Überreste des D-Day.

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Prag – Kafka, Kronen und Knochen

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Uhr-Prag

Uhr-Prag

Prag empfängt mich im Mai mit einer meteorologischen Unentschlossenheit, die von Sonne über Platzregen bis hin zu kühlen Sturmböen ein breites Spektrum abdeckt. Ich schaffe es leider nicht ganz, mich genau dann, wenn es regnet, in einem Museum aufzuhalten und so werde ich am ersten Tag mitten auf der berühmten Karlsbrücke klatschnass. Natürlich bin ich dabei nicht alleine, denn auf der Brücke schieben sich gefühlte Millionen  von Touristen dicht aneinandergedrängt zwischen den steinernen Statuen und den kleinen Verkaufsständen hindurch.

Prag

Prag

 

Als ich die Burg erreiche, ist das Wetter wieder versöhnlich gestimmt und ich staune nicht schlecht, als auf dem Platz vor dem majestätischen Veitsdom eine kleine mürrisch dreinblickende Bernd-das-Brot-Plüschfigur sitzt. Sicherlich schaut sie nur deshalb so mies gelaunt aus, weil jemand sie im Regen hier hat sitzen lassen. Zunächst werfe ich einen Blick in das goldene Gässchen, wo ich mitunter Minutenlang warten muss, um ein Foto von einem der Gebäude machen zu können, ohne dass mir ein Tourist ins Bild läuft. In den Wehrgängen, wo es eindrucksvolle Sammlungen von alten Rüstungen und Schwertern gibt, ist die Luft muffig und verbraucht. Die Besucher quetschen sich fast schmerzhaft aneinander vorbei, um einen Blick auf die lustigen metallenen Ritterrüstungen werfen zu dürfen. Diese sehen unheimlich unbequem aus und ich kann mir kaum vorstellen, darin auch nur wenige Schritte zu machen, geschweige denn einen Krieg zu führen.

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Zypern – Uralte und brandneue Ruinen

By Kurz und schmerzlos No Comments
Nikosia

Nikosia

Eher spontan kam die Idee, Zypern zu besuchen und damit den Länderpunkt Nummer 90 einzufahren. Einige Zeit lang habe ich hin und her überlegt, ob ich für einen Besuch auf der Insel Zypern nicht vielleicht sogar noch einen zweiten Länderpunkt bekommen kann, weil der Norden immerhin eine eigene Flagge, eine eindrucksvolle Grenze und einen anderen Charakter hat als der südliche Teil. Da aber nur ein anderes Land auf der Welt Nordzypern anerkennt, werde ich es vorerst nicht zählen.Zunächst muss man sich an den Linksverkehr gewöhnen. An jeder Autobahnausfahrt finden sich erneut Schilder, die darauf hinweisen, dass man links fahren soll – wohl in weiser Voraussicht, denn es sind viele Touristen unterwegs. Man erkennt die Touristen in ihren Mietautos an den roten Nummernschildern, die alle anderen Verkehrsteilnehmer vor den potentiell gefährlichen Touristen warnen sollen.

 

Nikosia

Nikosia

Ich habe trotzdem beide Hälften von Zypern besucht. Zunächst einmal gab es im Süden eine wirklich uralte Siedlung aus der Zeit um 7000 bis 4000 vor Christus zu bestaunen. Von Chirokitia ist zwar nicht mehr sehr viel mehr als eine Menge steinerner Mauerreste übrig, aber dafür, dass diese Behausungen so alt sind, ist das nicht schlecht. Man hat für die Besucher mit nur wenig Vorstellungskraft drei der Hütten wieder aufgebaut. Hier wurde auch das nette kleine Männchen gefunden, welches sich auf den zypriotischen Euromünzen befindet. Die Menschen in Chirokitia haben ihre Toten übrigens im Haus unter dem Boden begraben, was etwas befremdlich wirkt, aber wohl dafür gesorgt hat, dass man 9000 Jahre später noch Reste davon finden konnte.

Weiter geht es entlang der Südküste Zyperns bis ganz in den Westen Zyperns. Hier liegt die Stadt Pafos mit ihrem riesigen archäologischen Park. Ich besuche eindrucksvolle Königsgräber, für die viel Werbung gemacht wird. Am Ende stellt sich heraus, dass hier allerdings nie auch nur ein einziger König beerdigt wurde. Trotzdem ist der Name beibehalten worden, weil er einfach königlicher klingt. Read More

Delhi – 16 Millionen Inder bei 42 Grad

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Am Flughafen von Delhi empfängt mich ein freundlicher rundlicher Inder, der mich zu einem verbeulten weißen Kastenwagen bringt. Schon auf dem Weg zum Auto schwitze ich, denn es herrschen etwa 40 Grad. Deepak versichert mir, dass die Fahrt zum Hotel nur 20 Minuten dauern wird. Nach 20 Minuten, in denen wir uns durch den teils verwirrenden Verkehr der Hauptstadt schlängeln, wiederholt er sein Versprechen: „Noch 20 Minuten, maximal!“

Endlich kommen wir zum Hotel. Langsam dämmert mir, warum dieses Hotel so unschlagbar günstig war (ich habe nur 17 Euro für 2 Nächte mit Frühstück und Flughafentransfer bezahlt). Es befindet sich in einem der hektischsten und vor allem lauten ärmeren Viertel der Stadt. Hier leben die Menschen auf engstem Raum und der Müll liegt zwanzig Zentimeter hoch auf den Bürgersteigen, die von Kühen, Rikschas und Fußgängern aller Couleur genutzt werden.

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Ich begutachte mein Zimmer und stelle fest, dass es kein Toilettenpapier gibt, keine Handtücher und noch nicht einmal Bettlaken. Der einzige Luxus besteht aus einem winzigen Fernseher und einem Deckenventilator. Ich fürchte mich ein wenig vor der schmuddeligen grünlichen Wolldecke auf dem Bett, aber zunächst will ich mit Deepak die Stadt unsicher machen und mich später um eventuelle Bakterien sorgen. Read More

Windhoek – Wir glauben an Fleisch

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In Windhoek unternehme ich nur eine kurze Stadterkundung bevor ich Namibia wieder verlasse, um mir sein schönes Nachbarland Botswana anzusehen. Aber ich verlasse Namibia mit dem Versprechen, mich bald auch einmal ausführlicher mit diesem schönen Teil der Erde auseinander zu setzen.

Mein Fahrer heißt Werner, was nicht weiter verwunderlich ist, denn viele Menschen tragen hier die eher unpassend wirkenden deutschen Namen, die seit der Kolonialzeit als modern gelten. Werner kann zwar kein Wort Deutsch, aber er hat ein Auto und er wird mir seine Heimatstadt zeigen.

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Wir schauen uns zuerst sehr ausführlich den Friedhof an, auf dem auch einige Heldengräber aus dem Unabhängigkeitskrieg gegen Südafrika vor sich hin verfallen. Dann fahren wir zur Wasseraufbereitungsanlage, die zu Werners großem Bedauern nur Gäste mit Voranmeldung herein läßt. Er zeigt mir stattdessen das Wasserreservoir, auf dem einige Pelikane schwimmen. Anschließend fahren wir durch die Armutsviertel, wo sich eine Wellblechhütte an die nächste reiht, wo es aber laut Werner kaum Probleme gibt, die vergleichbar wären mit denen der Townships von Johannesburg oder anderen afrikanischen Großstädten. Windhoek ist im Grunde ja nur ein Dorf mit etwa 100.000 Einwohnern. Nachdem wir dann durch die Industriegebiete fahren und Werner mir jede einzelne Fleischfabrik gezeigt hat, frage ich mich langsam, ob es denn nicht doch irgendetwas Sehenswertes im Sinne von touristisch sehenswert gibt. “We believe in meat!” sagt Werner, als er an jeder Fleischfabrik langsam vorbei fährt und sich wundert, dass ich keine Fotos mache.

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Bahrain – Ein Baum, ein Berg und tonnenweise Tränengas

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Bahrain ist ein eher kleines Land. Wenn es dort kein Erdöl gäbe und nicht in den letzten beiden Jahren ein wenig Revolution aufgekeimt wäre, dann hätten wir wahrscheinlich noch nie von dem winzigen Inselchen vor der saudischen Küste gehört. Aber dank Öl-Reichtum gibt es eine Formel 1 Rennstrecke, jede Menge Hochhäuser und einige Hotels. Touristen sind herzlich willkommen.

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Erster Programmpunkt für mich ist die Al Fateh Grand Mosque. Das eindrucksvolle und moderne Gebäude steht im strahlenden Sonnenschein auf einem gigantischen Platz und ein großes Schild heißt Besucher aller Glaubenslichtungen willkommen. Ich gehe also hinein, ziehe meine Schuhe aus, wie es ein Schild von mir verlangt und ich betrete das Innere. In einem prächtigen und riesigen Saal, der mit einem flauschigen teuer aussehenden Teppich ausgelegt ist, hängt ein Ehrfurcht gebietender Kronleuchter.

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