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Beatrice Sonntag Archive • Seite 5 von 44 • Beatrice Sonntag

Kairouan – Enge heilige Gassen voller Zuckerwatte

By Vielleicht bald noch mehr Geschichten No Comments

Kairouan – Zutritt auch für Heiden

Die Stadt Kairouan ist die viertheiligste Stadt im Islam, direkt hinter Mekka, Medina und Jerusalem. Das allein wäre schon Grund genug, um Kairouan einmal zu besuchen. Wie es sich für eine heilige Stadt gehört, gibt es in Kairouan eine ziemlich heilige und auch recht große Moschee. Im Gegensatz zu den meisten heiligen Städten, dürfen in Kairouan sogar Ungläubige die Moschee betreten. Mit Kopftuch. Aber immerhin wird kein Ganzkörpersack gefordert.

Die Moschee war am Montag voller Leute gewesen, die den Geburtstag des Propheten gefeiert haben, aber nun am darauffolgenden Dienstagmorgen habe ich die Große Moschee von Kairouan ganz für mich alleine. Verrückt. Das ist die Schuld der Pandemie. Normalerweise sollten hier täglich hunderte von Touristen rumlaufen. Aber ich beschwere mich darüber sicher nicht.

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Faqra – Ein einsamer Tempel wartet auf Besucher

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Faqra – Ägyptische und römische Ruinen im Skiparadies

Der Faqra Tempel liegt außerhalb des gemütlichen Dorfes Kfardebian. Um nach Kfardebian zu kommen, gibt es zwischen Beirut und Jounieh irgendwo eine Abfahrt in Richtung Landesinneres. Diese Straße ist sehr kurvenreich und schlängelt sich langsam bergan. Hier befinden sich mehrere Wintersportorte, in denen im September allerdings noch kein Schnee liegt. Ich kann spüren, dass es ein paar Grad kühler ist, als an der Küste, aber es ist noch immer sommerlich warm.

An der Hauptstraße stehen ein Wachturm, ein winziger Tempel und ein Turm, der einst dazu gedient hat, ein weithin sichtbares Feuer zu beherbergen. Schließlich wollten die Römer, die ihn gebaut haben, dass Karawanen und Händler die Siedlung schon von Weitem sehen können. Der Wachturm dient offenbar Jugendlichen aus der Gegend am Abend als Zuflucht, denn neben den mächtigen Steinblöcken, die teilweise noch aufeinander stehen und teilweise verstreut um den Turm herumliegen, sind Zigarettenkippen, Bierflaschen und Keksschachteln zu finden. Leider werden offenbar Teile des Wachturms als Toilette genutzt.

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Chinguetti – Eins, zwei drei Chinguettis

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Chinguetti – Die siebtheiligste Stadt der Welt

Eine der spannendsten und bekanntesten Touristenattraktionen in Mauretanien ist Chinguetti. Es sei einmal dahin gestellt, ob man bei Mauretanien überhaupt von bekannten Touristenattraktionen sprechen kann, aber Chinguetti ist auf jeden Fall ein faszinierendes Ziel und Historikern vielleicht sogar ein Begriff.

Im Vorfeld hatte ich einiges über Chinguetti gelesen, hauptsächlich auf französisch und auf englisch. Nun stehe ich vor dem ersten Chinguetti, das schon im 2. Jahrhundert hier gegründet wurde. Eigentlich stehe ich nicht davor, sondern darauf, denn das erste Chinguetti ist irgendwann im 7. Jahrhundert vollständig unter Sand verschwunden. Man hat eine der Moscheen wieder aufgebaut, ein paar Meter über der alten. Hier siedeln seit ein paar Jahren auch wieder ein paar Menschen, aber man sieht schon, dass es einfach kein guter Platz ist, weil der Sand sich schon wieder der neuen Häuser bemächtigt.

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Tunis – Bunte Medina und französischer Sumpf

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Tunis – Gut versteckte Restaurants hinter gelben Holztüren

Die tunesische Hauptstadt Tunis liegt am Meer. Oder besser gesagt, an einem Salzsee, der seinerseits am Meer liegt. Irgendwann einmal war dieser Salzsee ein Stück vom Mittelmeer. Tektonische Verschiebungen haben dafür gesorgt, dass sich die beiden getrennt haben. Eine traurige Geschichte. Und die Trennung hätte bis heute Bestand, hätten nicht die Franzosen einen Kanal gebaut, um die beiden wieder zu vereinen.

Die Araber haben ihre Medina, also ihre Altstadt von Tunis auf dem Terrain gebaut, das aus festem stabilem Land bestand. Die Altstadt platzte natürlich bald aus allen Nähten und schließlich haben die Franzose ihre Neustadt mitten auf den Sumpf gebaut, der zwischen Medina und Salzsee vor sich hin blubberte. Mit den damals modernsten Methoden haben sie alles trocken gelegt. Das Projekt war ein Erfolg. Selbst die Kathedrale aus dem 17. Jahrhundert steht auf ehemals sumpfigem Gelände.

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Anjar – Eine ganze Stadt für mich alleine

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Anjar – Von den Umayyaden zu den Armeniern

Anjar liegt an der Autobahn, die Beirut mit dem etwa zwei Stunden entfernten Damaskus verbindet. Hinter Beirut steigt das Gelände schnell an. Das ist das Libanon-Gebirge. Hinter dem Libanon-Gebirge beginnt die Bekaa-Ebene und kurz bevor sich das Gelände erneut hebt, um die Anti-Libanon-Berge zu bilden, liegt Anjar. Hinter dem Anti-Libanon-Gebirge fängt Syrien an.

Die Stadt Anjar ist mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Es sind allerdings Armenier, die Armenien irgendwann vor etwa 100 Jahren den Rücken gekehrt haben, wahrscheinlich kurz nach dem Genozid an den Armeniern. Heute sind sie alle Libanesen, aber irgendwie trotzdem Armenier. In einem Vielvölkerstaat wie dem Libanon ist es nicht leicht, mit den vielen Identitäten mitzuhalten. Auf jeden Fall macht das einen Teil des Reizes dieses Landes aus.

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Bischarri – Zwischen Klöstern und Zedern

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Bischarri – Zu Besuch bei Khalil Gibran

Kurz vor Tripoli liegt man von Beirut kommend nach links ab und nach einigen Kilometern schon wird das Klima angenehmer. Ein kühleres Lüftchen weht und die Luft wirkt sauberer als unten an der Küste. Bald öffnet sich zur linken das Qadischa-Tal. Steile Felswände fallen nach unten ab und ich kann es kaum glauben, dass die berühmten maronitischen Klöster alle da unten an diesen Felsen irgendwo hängen.

Von mehreren Aussichtspunkten aus kann man sich aber erkennen. Es sind Gebäude, die halb in den Fels hinein gehauen sind. Die Maroniten haben sich hier vor den Mamelucken und den Osmanen versteckt, die aus welchen Gründen auch immer Christen hassten. Ein gutes Versteck ist das Tal auf jeden Fall, denn bis heute kann man nicht mit dem Auto runter fahren.

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Sidi Bou Said – Das Santorini Afrikas

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Sidi Bou Said – Klee, Macke und noch wer

Ich glaube, es ist verboten, in Tunesien seinen Urlaub zu verbringen und sich nicht Sidi Bou Said anzusehen. Es wird nicht streng kontrolliert und es gibt daher immer mal wieder ein paar Strandurlauber, die das Verbot umgehen und die gesamte Urlaubszeit in ihrem All Inclusive Hotel am Meer verbringen. Aber was soll’s. Selber Schuld.

Ich würde mich einem solchen Verbot, ob es nun existiert oder nicht, natürlich niemals widersetzen, denn schließlich haben auch berühmte Maler wie August Macke und Paul Klee Sidi Bou Said besonders schön gefunden. Sie sind irgendwann mit einem ihrer französischen Kollegen, von dem ich – was für eine Schande – noch nichts gehört habe, nach Tunesien gereist, um gemeinsam tunesische Dinge zu malen.

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Beirut – Wie Phönix aus der Asche

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Beirut – So reich, so arm, so alt, so modern und ein wenig kaputt

Der Bürgerkrieg, der den Libanon von 1975 bis 1990 erschütterte hat bleibenden Schaden in der Psyche von Beiruts Bewohnern hinterlassen, aber auch in Beiruts einst so strahlender Architektur. Noch heute sind mitten im Zentrum Gebäude zu finden, die man nur als Ruine bezeichnen kann. Sie sind mehr schlecht als recht abgesperrt und dienen als Mahnmal oder als Graffiti-Leinwand.

Der Libanon war fast schon wieder zu seinem alten Charme zurückgekehrt, als sich herausstellte, dass die Machthaber Millionen an Steuern in ihre eigenen Taschen gewirtschaftet hatten, statt sie für das Wohl des Volkes und des Landes auszugeben. Das machte die Libanesen ziemlich wütend. Zurecht. Zu der Wirtschaftskrise, die einzig und allein korrupte Politiker zu verantworten haben, kam dann noch die Corona-Pandemie (an der diese Politiker keine Schuld hatten – man kann ihnen nicht alles anhängen). Der Tourismus, der mindestens 30% der Menschen im Libanon in irgendeiner Weise beschäftigt kam im März 2020 abrupt zum Erliegen.

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Tyros – So viele alte Steine

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Tyros – Weltkulturerbe im Grenzgebiet

Von Tyros aus sind es nur noch 25 Kilometer bis nach Israel. Bis nach Palästina, sagen die Menschen hier. Hunderttausende palästinensische Flüchtlinge leben hier seit 1948 oder seit 1967 unter miserablen Bedingungen. Ihre barackenartigen Behausungen stehen teilweise nur fünf Meter von den im Vergleich dazu eleganten Wohngebäuden der Libanesen. Es gibt keine Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat. Arbeiten dürfen die Palästinenser im Libanon nicht. Eine traurige Situation, gerade weil sie so aussichtslos erscheint und doch sicher mit etwas gutem Willen lösbar wäre.

Aber ich bin natürlich nicht nach Tyros gefahren, um mir elende Wohnviertel anzusehen. Mein Ziel in Tyros sind die Ruinen, die seit 1984 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehen. Davon gibt es hier sogar jede Menge. Zuerst bringt mich mein Fahrer zum Hippodrom. Hier gibt es einen Parkplatz, der allerdings völlig leer ist. Jemand verkauft Eintrittskarten, die umgerechnet weniger als 50 Cent kosten. Das ist wohl auch der Inflation geschuldet. Das Tourismusministerium kommt wohl mit der Preisanpassung nicht so schnell nach wie der Bäcker um die Ecke und der Schuhverkäufer.

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Tripoli – Versteckte Schätze in einer schmutzigen Stadt

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Tripoli – Manchmal knallt es. Dann bleiben wir zuhause.

Tripoli liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Beirut an der Küste des Libanon. Weniger als 25 Kilometer entfernt liegt die syrische Grenze. Tripoli ist allerdings eine der ältesten Städte im Libanon und zudem die zweitgrößte, also steht sie auf meinem Reiseprogramm.

Tatsächlich warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Tripoli. Mein Reiseleiter sagt jedoch, dass das übertrieben ist. „Manchmal knallt es in Tripoli, wenn die Alawiten und die Sunniten sich wieder mal wegen irgendeiner Beleidigung auf politischer Ebene hassen. Aber meistens ist alles ruhig und die Stadt ist ganz normal. Wenn es knallt, bleiben wir halt zuhause, bis sich die Lage beruhigt.“ Ich sehe sogar einige Panzer mitten in der Stadt. Es wirkt aber so, als seien diese nur zur Abschreckung hier geparkt. Die Soldaten sitzen in ihren kleinen Kabinen und rauchen oder schwatzen.

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